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Der Arbeitsmarkt in den USA hat sich im August robuster erwiesen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg im vergangenen Monat um 162.000, wie das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Präsident Donald Trump nannte die Zahlen "großartig" und erhöhte zugleich den Druck auf die Zentralbank Fed, den Leitzins zu senken.
Insgesamt waren in den USA im August sieben Millionen Menschen arbeitslos. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,1 Prozent. Zusätzliche Arbeitsplätze entstanden laut dem Ministerium vor allem in der Gastronomie. Auch in öffentlichen Schulen kam es zu Einstellungen.
Das Weiße Haus kommentierte die Zahlen in Onlinenetzwerken mit einem Foto Trumps, der die Faust in die Höhe reckt. Die Bürgerinnen und Bürger profitierten von der "wachstumsfreundlichen Politik der Trump-Regierung", erklärte das Weiße Haus.
An der Wall Street gaben die Kurse mit Blick auf die nächste Zentralbank-Sitzung Mitte des Monats indes nach. Ein stabiler Arbeitsmarkt würde es der Federal Reserve (Fed) ermöglichen, den Leitzins zu erhöhen, um so die Inflation zu bekämpfen. Sie lag im Juli bei 3,3 Prozent, deutlich über der Fed-Empfehlung von 2,0 Prozent.
Trump dagegen drängte die Fed in seinem Onlinedienst Truth Social erneut, den Leitzins bei ihrer nächsten Sitzung am 15. und 16. September zu senken. "Senkt den Zins, oder ich werde aufhören, mit Ländern zu handeln, mit denen wir ein Defizit haben", drohte Trump in Großbuchstaben. Ein solches Handelsbilanzdefizit besteht etwa mit Deutschland oder der Schweiz, die USA importieren aus diesen Ländern deutlich mehr als sie exportieren.
Der im Mai von Trump eingesetzte Fed-Chef Kevin Warsh hatte sich zuletzt besorgt über die Inflation in den Vereinigten Staaten gezeigt. Experten lasen dies als Anzeichen einer möglichen Leitzinserhöhung. Bei ihrer letzten Sitzung Ende Juli hatte die Notenbank den Zinssatz das fünfte Mal in Folge unverändert gelassen. Drei der zwölf zuständigen Fed-Mitglieder sprachen sich aber bereits für eine Erhöhung aus.
Trump hatte Warsh im Mai an die Spitze der Fed gesetzt, damit dieser für einen deutlichen Zinsschnitt sorgt. Allerdings treibt der von Trump vor sechs Monaten mit ausgelöste Iran-Krieg massiv die Energiepreise und somit auch die Inflation. Zinssenkungen scheinen daher unwahrscheinlich, solange der Krieg nicht endet.
Die Beschäftigungslage hatte sich seit dem erneuten Amtsantritt Trumps im Januar 2025 zunächst verschlechtert, die Arbeitslosenquote stieg zwischenzeitlich auf das höchste Niveau seit der Corona-Pandemie. Experten machten dafür unter anderem die Verunsicherung durch Trumps erratische Zollpolitik verantwortlich, aber auch den Abbau von Arbeitsplätzen durch Künstliche Intelligenz.
In den vergangenen Monaten hatte sich die Lage wieder verbessert. Trump erhofft sich dadurch Rückenwind vor den Kongresswahlen am 3. November, bei denen seinen Republikanern laut Umfragen eine Schlappe droht. Die Demokraten haben die hohen Lebenshaltungskosten zum Wahlkampfthema gemacht.
Die demokratische US-Senatorin Elizabeth Warren erklärte, in Trumps zweiter Amtszeit hätten Unternehmen monatlich im Schnitt weniger als 40.000 Jobs geschaffen - "weit unter dem Durchschnitt von 120.000 pro Monat im Jahr 2024", als noch der Demokrat Joe Biden Präsident war. "Gleichzeitig hat sich das Lohnwachstum auf die niedrigste Rate seit fünf Jahren verlangsamt, während Trumps chaotische Zölle und der Krieg im Iran die Kosten weiter in die Höhe treiben", kritisierte sie.
Y.Ishikawa--JT