The Japan Times - "Hunde wurden besser behandelt": Lebenslange Haft in Völkermordprozess

EUR -
AED 4.17776
AFN 72.804653
ALL 91.81636
AMD 414.527852
ANG 2.036681
AOA 1044.297578
ARS 1734.491763
AUD 1.621464
AWG 2.047642
AZN 1.936578
BAM 1.954037
BBD 2.293511
BDT 140.123586
BGN 1.915047
BHD 0.429303
BIF 3429.730463
BMD 1.137579
BND 1.454856
BOB 13.955471
BRL 5.899147
BSD 1.138663
BTN 109.04654
BWP 15.505875
BYN 3.440466
BYR 22296.542963
BZD 2.290214
CAD 1.610436
CDF 2661.934301
CHF 0.945552
CLF 0.027707
CLP 1094.011487
CNY 7.63685
CNH 7.639387
COP 3763.303803
CRC 517.721555
CUC 1.137579
CUP 27.331265
CVE 110.093578
CZK 24.398163
DJF 202.775282
DKK 7.475259
DOP 67.71742
DZD 152.223929
EGP 59.112112
ERN 17.063681
ETB 184.725289
FJD 2.544988
FKP 0.858663
GBP 0.857564
GEL 2.974821
GGP 0.858663
GHS 13.226126
GIP 0.858663
GMD 83.607264
GNF 10014.788991
GTQ 8.696307
GYD 238.256102
HKD 8.923793
HNL 30.562756
HRK 7.533161
HTG 149.024246
HUF 367.400959
IDR 20459.353326
ILS 3.491917
IMP 0.858663
INR 109.23139
IQD 1491.741098
IRR 1563985.883953
ISK 136.99897
JEP 0.858663
JMD 180.155887
JOD 0.80648
JPY 178.492916
KES 147.546731
KGS 99.479214
KHR 4630.781589
KMF 492.571736
KPW 1023.821212
KRW 1548.921491
KWD 0.351272
KYD 0.948936
KZT 504.125047
LAK 25541.732757
LBP 101971.708866
LKR 376.007224
LRD 195.866741
LSL 18.578476
LTL 3.358974
LVL 0.68811
LYD 7.280368
MAD 10.92749
MDL 20.212587
MGA 5027.420271
MKD 61.514097
MMK 2388.728209
MNT 4090.813995
MOP 9.200019
MRU 45.809666
MUR 54.000816
MVR 17.575518
MWK 1974.501328
MXN 20.252545
MYR 4.647691
MZN 72.702088
NAD 18.579945
NGN 1510.886396
NIO 41.901462
NOK 10.821917
NPR 174.467768
NZD 2.00963
OMR 0.437398
PAB 1.137928
PEN 3.865713
PGK 5.073289
PHP 71.089525
PKR 315.537261
PLN 4.378029
PYG 6711.885807
QAR 4.150774
RON 5.278933
RSD 117.538027
RUB 96.187333
RWF 1682.966901
SAR 4.272761
SBD 9.101212
SCR 15.815854
SDG 684.258271
SEK 11.324505
SGD 1.454349
SHP 0.858874
SLE 28.041339
SLL 23854.447787
SOS 650.807147
SRD 42.849744
STD 23545.582795
STN 24.461911
SVC 9.963923
SYP 14790.798841
SZL 18.57408
THB 38.211435
TJS 10.504908
TMT 3.992901
TND 3.371074
TOP 2.739016
TRY 55.721609
TTD 7.745557
TWD 36.199119
TZS 3014.581335
UAH 50.99045
UGX 4459.995975
USD 1.137579
UYU 45.619846
UZS 13476.84174
VES 969.707881
VND 29544.625794
VUV 134.008023
WST 3.12347
XAF 655.957
XAG 0.018597
XAU 0.000274371876
XCD 3.074363
XCG 2.052231
XDR 0.804327
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 269.208034
ZAR 18.700144
ZMK 10239.578636
ZMW 22.198436
ZWL 366.299885
SSP 6498.522993
MXV 2.293548
  • Euro STOXX 50

    -12.4400

    6290.38

    -0.2%

  • DAX

    -27.6200

    25381.02

    -0.11%

  • Goldpreis

    -132.5000

    4188.7

    -3.16%

  • TecDAX

    -0.5500

    3974.93

    -0.01%

  • MDAX

    -131.0400

    30900.31

    -0.42%

  • SDAX

    31.4900

    18155.99

    +0.17%

  • EUR/USD

    -0.0015

    1.1378

    -0.13%

"Hunde wurden besser behandelt": Lebenslange Haft in Völkermordprozess

"Hunde wurden besser behandelt": Lebenslange Haft in Völkermordprozess

Selbst Hunde hatten einen höheren Stellenwert als die jesidischen Mädchen: In einem von verstörenden Einblicken in das Vorgehen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) geprägten Völkermordprozess hat das Oberlandesgericht München am Montag ein irakisches Ehepaar verurteilt. Der Ehemann Twana H. S. erhielt eine lebenslange Haftstrafe, seine zu Beginn der Taten strafrechtlich noch nicht erwachsene Frau Asia R. A. neuneinhalb Jahre Jugendstrafe.

Textgröße:

Das Gericht sah es nach fast eineinhalb Jahren Prozessdauer als erwiesen an, dass die zuletzt in Deutschland lebenden Angeklagten als IS-Mitglieder zwei jesidische Mädchen versklavt und vergewaltigt hatten. Eine der damaligen Sklavinnen verfolgte als Nebenklägerin den Prozess vor Ort, während der Urteilsbegründung brach die junge Frau immer wieder in Tränen aus.

Der Vorsitzende Richter Philipp Stoll zitierte aus der Zeugenaussage der Nebenklägerin: "Wir Jesidinnen waren die Sklavinnen - selbst Hunde hatten einen höheren Stellenwert als wir." Ihre ganze Kindheit sei nur Leid gewesen. Über das zweite von den Angeklagten versklavte Mädchen lagen nur Zeugenaussagen per Video vor. Sie beschrieb darin den Umgang als "sehr grausam".

Der IS beging gezielt schwerste Verbrechen an Mitgliedern der Religionsgemeinschaft der Jesiden, was von der Bundesrepublik Deutschland als Völkermord eingestuft wird. Richter Stoll sagte, mit dem Prozess sei es auch darum gegangen, dem Völkerrecht Geltung zu verschaffen. Das Gericht habe die Angeklagten nicht stellvertretend für die Gräuel des IS verurteilt, sondern für ihre eigenen Taten. Diese fanden auf syrischem Staatsgebiet statt.

Der Mann und die Frau waren IS-Mitglieder, der Mann wurde dafür bereits in einem früheren Prozess rechtskräftig verurteilt. Nun wurden die Angeklagten unter anderem wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen durch die Versklavung und die Vergewaltigung verurteilt.

H. S. wurde 1981 im Irak geboren. Er kam 2002 nach Deutschland, arbeitete als Friseur und wurde Vater. Ab 2013 soll er sich in einer salafistisch geprägten Münchner Moschee radikalisiert haben und 2015 in den Irak ausgereist sein. Dort soll er kurz darauf auf Druck von deren Familie seine 1996 geborene Frau geheiratet haben.

Auf Wunsch der Frau kaufte der Mann 2015 laut Gericht auf einem Basar ein fünfjähriges jesidisches Mädchen als Sklavin. Im Jahr 2017 kam noch ein zwölfjähriges Mädchen dazu. Beide Kinder vergewaltigte der Mann nach Überzeugung des Gerichts. Dies sieht das Gericht unter anderem durch Gutachten von Sachverständigen als belegt. Die Vergewaltigungen wurden demnach dabei von der Frau unterstützt.

In einem der Fälle legte diese der Zwölfjährigen Kleider bereit und behauptete, sie solle sich für eine Hochzeit schön machen - danach sei dann der Mann in das Zimmer gekommen und habe das Kind vergewaltigt. Die Frau selbst verbrühte laut Gericht in einem Fall die Hand des jüngeren Mädchens mit heißem Wasser - ein Fall von wiederholter Folter der Kinder. Das junge Mädchen sei immer wieder auch bewusst überfordert worden und habe nie kindgerecht leben dürfen - beide Opfer seien bis heute schwer traumatisiert und als Folgen der Versklavung erkrankt.

Ihre eigene Religion hätten die Kinder nicht ausüben dürfen und stattdessen islamische Glaubensregeln befolgen müssen. Wie Richter Stoll sagte, ist es damit die erste Verurteilung in Deutschland wegen der Überführung von Opfern in eine andere Volksgruppe, also die Umerziehung der Jesidinnen zum Islam. So habe die jüngere der Sklavinnen ihre Muttersprache verloren und benötige einen Dolmetscher für Telefonate mit ihrer Mutter, sie habe auch ihre Religion verloren.

M.Fujitav--JT