The Japan Times - Suche in Erdbebenregion in Venezuela dauert an - Hoffnung auf weitere Überlebende sinkt

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Suche in Erdbebenregion in Venezuela dauert an - Hoffnung auf weitere Überlebende sinkt
Suche in Erdbebenregion in Venezuela dauert an - Hoffnung auf weitere Überlebende sinkt / Foto: Miguel MEDINA - POOL/AFP

Suche in Erdbebenregion in Venezuela dauert an - Hoffnung auf weitere Überlebende sinkt

Mehr als vier Tage nach den schweren Erdbeben in Venezuela sinkt die Hoffnung, noch weitere Überlebende bergen zu können. Französische und US-Einsatzkräfte retteten zuletzt am Sonntag im Ort Caraballeda einen Jugendlichen und dessen Vater lebend aus den Trümmern. Die Zahl der Todesopfer stieg nach Regierungsangaben auf mindestens 1450, zehntausende Menschen werden noch vermisst. Hunderte Häuser sind eingestürzt oder schwer beschädigt. Millionen von Menschen sind ohne Strom und Wasser und auf Hilfe angewiesen. Unterdessen bebt in dem Land weiter die Erde.

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AFP-Reporter waren dabei, als US- und französische Rettungskräfte in der Stadt Caraballeda nördlich von Caracas einen Jugendlichen und dessen Vater mehr als vier Tage nach den Beben lebend aus den Schuttmassen bargen. Fachleuten zufolge sind die ersten 72 Stunden nach einer Naturkatastrophe entscheidend, um noch Überlebende zu finden.

Im Katastrophengebiet dauerten die Such- und Rettungsarbeiten am Montag an. Vor Ort sind auch deutsche Such- und Rettungsteams des Technischen Hilfswerks und der Organisation @fire. Ein medizinisches Notfallteam der Johanniter Unfallhilfe bereitete sich nach Angaben des Auswärtigen Amts darauf vor, in der Erdbebenregion medizinische Hilfe zu leisten. Zwei Bundeswehrmaschinen sollten am Montag zudem dutzende Helfer aus Litauen sowie Spürhunde nach Venezuela bringen.

Insgesamt haben nach Angaben der venezolanischen Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez 24 Länder mehr als 2700 Helfer sowie Spürhunde entsandt, um nach Überlebenden und Opfern zu suchen. Auch mehr als 520 Tonnen Hilfsgüter wurden demnach bereitgestellt.

Unterdessen kommt die Region nicht zur Ruhe, am Montag erschütterte ein weiteres Nachbeben die bereits schwer betroffene Region nahe Caracas.

Drohnenaufnahmen zeigten in der besonders schwer betroffenen Stadt La Guaira an der venezolanischen Karibikküste ein ganzes Wohngebiet aus Hochhäusern, von dem nur noch Haufen aus Schutt und Beton übrig sind. Nach Regierungsangaben sind insgesamt fast 190 Gebäude vollständig zerstört, mehr als 580 weitere sind schwer beschädigt.

In der Stadt Tucacas gruben Rettungskräfte sich durch Schichten von Beton und Trümmern eines eingestürzten Gebäudekomplexes. "Am schlimmsten war es, als wir voller Hoffnung in Hohlräume gekrochen sind und uns mit aller Kraft vorgearbeitet haben - und als wir dann zu den Menschen vorgedrungen sind, fanden wir nur Tote", schilderte der 27-jährige Helfer Luis Salas. Große elektronische Werbetafeln in der Hauptstadt Caracas zeigten Vermisstenanzeigen.

In der Bevölkerung wächst unterdessen die Wut über die ungenügende Reaktion der Behörden nach der Erdbebenkatastrophe. Es sei "frustrierend" zu wissen, dass manche Opfer noch hätten gerettet werden können, "wenn rechtzeitig nach ihnen gesucht worden wäre", kommentierte der freiwillige Helfer Eduardo Cardozo aus Tucacas die mangelnde Unterstützung durch staatliche Rettungsteams.

Wegen Plünderungen schränkte die Regierung den Zugang zum Bundesstaat La Guaira ein und entsandte Militär in die Region. Freiwillige Helfer müssen für den Zugang eine Genehmigung beantragen. "Man braucht eine Genehmigung, um helfen zu können, das muss man sich mal vorstellen", sagte der 27-jährige Carlos Itriago. Der 53 Jahre alte Ezequiel Rivero sagte, er stehe schon seit dem frühen Morgen an, um eine Zugangsgenehmigung zu bekommen. "Wieviele Leben haben wir seither verloren?", fragte er.

US-Soldaten waren unterdessen im Einsatz, um den Verkehr am internationalen Flughafen von Caracas und am Seehafen von La Guaira wieder in Gang zu bringen, damit weitere Helfer und Hilfsgüter ins Land gebracht werden können.

Das schwerste Erdbeben seit mehr als einem Jahrhundert trifft Venezuela nach mehr als einem Jahrzehnt wirtschaftlichen Niedergangs, der die öffentliche Versorgung in dem ölreichen Land ausgehöhlt hat. Die Gefangennahme des linksnationalistischen Staatschefs Nicolás Maduro Anfang Januar bei einem US-Militäreinsatz hat das Land politisch weiter destabilisiert.

Y.Kimura--JT