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US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.
Clayton ist seit August Direktor der nationalen Geheimdienste (DNI). Er koordiniert in diesem Amt die Arbeit der insgesamt 18 US-Geheimdienste, zu denen der Auslandsnachrichtendienst CIA und die Bundespolizei FBI gehören.
Darüber hinaus könnte er den Berichten zufolge Trumps Sonderbeauftragter für "Superintelligenz" werden, wie der Präsident KI nennt. Trump hatte die Neubesetzung des Postens im vergangenen Monat angekündigt und dazu erklärt: "Nur Personen mit hohem IQ brauchen sich zu bewerben!"
Clayton würde mit gut sechsmonatigem Abstand David Sacks nachfolgen, der bis Ende März Trumps "KI-Zar" war. Der Risikokapitalgeber Sacks legte den Posten Ende März nach rund vier Monaten nieder, weil Sonderbeauftragte der Regierung maximal 130 Tage im Amt sein dürfen.
Clayton ist Jurist und hat keine Erfahrungen in der Technologiebranche und mit KI. Er gilt aber als langjähriger Gefolgsmann von Trump. Er war vor seiner Nominierung als Geheimdienstdirektor als Bundesanwalt im südlichen Bezirk von New York tätig. In Trumps erster Amtszeit war Clayton Chef der US-Börsenaufsicht SEC.
Seine mögliche Ernennung fällt in eine Zeit zunehmender Warnungen vor den Risiken von KI. US-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI sprachen sich für eine langsamere Entwicklung aus, nachdem KI-Systeme in mehreren Fällen aus ihrer Testumgebung ausbrachen und etwa Regierungssysteme hackten.
Ungeachtet dessen lehnt Trump eine staatliche Regulierung von "Superintelligenz" ab und setzt auf Selbstkontrolle der KI-Branche. Dazu hatte er am Dienstag bei einem Treffen mit Tech-Chefs eine Absichtserklärung unterzeichnet.
Vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress Anfang November spielt das Thema in den USA eine große Rolle: Viele Wählerinnen und Wähler stehen der KI-Entwicklung skeptisch gegenüber und befürchten weitreichende gesellschaftliche Umwälzungen wie etwa Jobverluste.
H.Hayashi--JT