The Japan Times - Cyberkriminalität: Viele Nutzer handeln sorglos - Jeder Zehnte betroffen

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Cyberkriminalität: Viele Nutzer handeln sorglos - Jeder Zehnte betroffen
Cyberkriminalität: Viele Nutzer handeln sorglos - Jeder Zehnte betroffen / Foto: Sameer Al-DOUMY - AFP/Archiv

Cyberkriminalität: Viele Nutzer handeln sorglos - Jeder Zehnte betroffen

Mehr als jeder Zehnte in Deutschland war im vergangenen Jahr von einer Straftat im Internet betroffen, viele nehmen es mit der persönlichen Cybersicherheit aber nicht allzu genau. Laut einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Befragung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) offenbaren sich bei den Nutzerinnen und Nutzern deutliche Lücken beim Schutzverhalten.

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Wie der Cybersicherheitsmonitor 2026 des BSI ergab, waren in den vergangenen zwölf Monaten elf Prozent der Befragten von Online-Kriminalität betroffen - ein deutlicher Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr (sieben Prozent). Am häufigsten erlebten die Betroffenen Betrug beim Onlineshopping (22 Prozent). Dahinter folgten Fremdzugriffe auf Online-Accounts (14 Prozent), Betrug beim Onlinebanking (13 Prozent) und Phishing-Attacken (zwölf Prozent).

Jede und jeder Zehnte (zehn Prozent) war schon Opfer von Identitätsdiebstahl und acht Prozent von Love Scamming. Bei dieser Betrugsmasche werden die Opfer mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft, mit dem Ziel, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Bei den Schutzmaßnahmen gegen Cyerkriminalität stellt das BSI einen "leichten Trend zu mehr Sorglosigkeit" fest. Nur 14 Prozent informieren sich demnach regelmäßig über Cybersicherheit, während sich 19 Prozent erst im Problemfall damit beschäftigen. 40 Prozent tun dies "hin und wieder" und jeder Vierte (24 Prozent) "eigentlich nie". Dieses Verhältnis hat sich seit 2023 kaum verändert.

Unter den gängigen Schutzmaßnahmen sind nur starke Passwörter (55 Prozent) sowie Antivirenprogramme (54 Prozent) mehr als der Hälfte der Befragten überhaupt bekannt. Etwas weniger verwenden sie auch (46 bzw. 40 Prozent). Vier von zehn Befragten nutzen zudem die Zwei-Faktor-Authentifizierung (40 Prozent), etwa jede bzw. jeder Fünfte außerdem passwortloses Anmelden (21 Prozent) wie beispielsweise Passkeys. Gut ein Viertel gibt an, die automatische Installation von Updates aktiviert zu haben (26 Prozent). Knapp ein Viertel installiert Updates regelmäßig manuell (24 Prozent).

Mehr als die Hälfte der Befragten hält ihr persönliches Risiko, von Cyberkriminalität betroffen zu sein, für eher oder sehr gering bis ausgeschlossen (55 Prozent). Mit jeweils knapp zwei Dritteln ist der Anteil der Sorglosen unter den 16- bis 22-Jährigen (63 Prozent) als jüngster Altersgruppe sowie unter den über 69-Jährigen (64 Prozent) als ältester Altersgruppe am größten.

Auf die Frage, warum sie nicht alle Schutzmaßnahmen verwenden, nannten die Befragten am häufigsten, dass sie sich bereits recht sicher fühlen (27 Prozent). Jeweils knapp ein Viertel gab an, dass mögliche Maßnahmen zu kompliziert seien (23 Prozent) oder sie überforderten (23 Prozent).

Die Folgen von Cyberkriminalität sind für Betroffene jedoch oft spürbar: 88 Prozent berichteten in den vergangenen zwölf Monaten von einem Schaden. Bei einem Drittel waren dies finanzielle Verluste (33 Prozent), 29 Prozent berichteten von Vertrauensverlust in die entsprechenden Onlinedienste, 23 Prozent erlitten zeitliche Schäden. Jede und jeder Fünfte (20 Prozent) nannte emotionale Schäden wie Kränkung oder Angst und 18 Prozent erlitten Datenverluste.

"Cybersicherheit muss im Alltag von Verbraucherinnen und Verbrauchern einfacher, präsenter und verständlicher werden", forderte BSI-Präsidentin Claudia Plattner. "Viele Menschen wollen sich sicher online bewegen, brauchen dafür aber niedrigschwellige Informationen."

Mit zwei "Checklisten für den Ernstfall" gibt das BSI Verbraucherinnen und Verbrauchern Orientierung in den Fällen von Betrug beim Onlineshopping und Identitätsdiebstahl.

"Zugleich dürfen wir die Verantwortung nicht allein bei den Nutzerinnen und Nutzern abladen", betonte Plattner. "Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen."

Das BSI und das Programm Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) erheben gemeinsam das Informations- und Schutzverhalten der Bevölkerung sowie ihre Betroffenheit von Cyberkriminalität. Für den Cybersicherheitsmonitor befragte das BSI vom 6. bis 12. Januar bundesweit 3.060 Menschen ab 16 Jahren.

T.Ueda--JT