The Japan Times - UN-Gipfel: Scholz fordert mehr weltweite Anstrengungen gegen Klimawandel

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UN-Gipfel: Scholz fordert mehr weltweite Anstrengungen gegen Klimawandel
UN-Gipfel: Scholz fordert mehr weltweite Anstrengungen gegen Klimawandel / Foto: ANGELA WEISS - AFP

UN-Gipfel: Scholz fordert mehr weltweite Anstrengungen gegen Klimawandel

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat die internationale Gemeinschaft bei einem Klimagipfel in New York zu mehr Anstrengungen im Kampf gegen den Klimawandel aufgerufen. "Unser Ehrgeiz, das Jahr 2023 zu einem Wendepunkt für den Klimaschutz zu machen, sollte noch größer sein", sagte Scholz am Mittwoch Climate Ambition Summit. "Der vom Menschen verursachte Klimawandel ist zweifellos die größte globale Herausforderung unserer Zeit."

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Scholz hob hervor, dass Deutschland aus den fossilen Energieträgern bereits eingeleitet habe. Er verwies unter anderem auf den bis 2038 geplanten Kohleausstieg, "idealerweise bis 2030". Die Bundesrepublik sei zudem "auf der Zielgeraden, bis 2030 80 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen".

Das Ziel sei es, dass Deutschland spätestens bis zum Jahr 2045 klimaneutral werde. "Wenn man die Wirkung von Kohlenstoffsenken mit berücksichtigt, kann man davon ausgehen, dass wir unsere Emissionen schon 2040 um mindestens 88 Prozent verringern können", sagte der Kanzler.

Zuvor hatte UN-Generalsekretär António Guterres in seiner zur Eröffnung des Gipfels gesagt, die Menschheit habe mit ihren klimaschädlichen Aktivitäten "das Tor zur Hölle" aufgestoßen. Treibhausgase seien für die extremen Hitzewellen und historischen Waldbrände in diesem Jahr verantwortlich.

Noch sei es aber nicht zu spät, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad Celsius im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, betonte der UN-Generalsekretär. "Wir können immer noch eine Welt mit sauberer Luft, grünen Arbeitsplätzen und erschwinglicher sauberer Energie für alle schaffen".

Der Klimagipfel am Rande der UN-Generaldebatte war auf Einladung von Guterres zustande gekommen. Der UN-Generalsekretär bezeichnete ihn als "Kein-Nonsens"-Forum, auf dem Staatenlenker oder Minister konkrete Maßnahmen zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaabkommen ankündigen sollten.

Demnach sollte nur zu Wort kommen, wer konkrete Pläne zur Erreichung von Klimaneutralität hat. Auf einer Liste der UNO vom Dienstagabend standen 41 Redner. Vertreter aus China, den USA, Großbritannien, Japan und Indien waren nicht darunter.

Das 2015 geschlossene Pariser Klimaabkommen sieht vor, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter, möglichst aber auf 1,5 Grad, zu begrenzen. Das Klima hat sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts bereits um fast 1,2 Grad Celsius erwärmt, was die Intensität, Häufigkeit und Dauer von Hitzewellen, Dürren und Stürmen erhöhte.

Kurz vor Beginn des Gipfels hatte die Umweltorganisation WWF Deutschland gefordert, auf die Ankündigungen zum Klimaschutz Taten folgen zu lassen und dabei die Bundesrepublik in die Pflicht genommen. Es sei ein Olaf Scholz nötig, "der seinen selbst auserkorenen Wahlkampf-Titel als 'Kanzler für Klimaschutz' endlich ausfüllt", erklärte WWF-Deutschland-Klimachefin Viviane Raddatz.

"Denn am Ende zählt, wie viele Treibhausgase sich in unserer Atmosphäre summieren und wie viel wärmer es dadurch wird – oder eben nicht", erklärte Raddatz. "Großemittenten wie Deutschland" stünden in besonderer Verantwortung. "Leider ruckelt es hier aber gewaltig."

T.Shimizu--JT