The Japan Times - Neues Europa nach Draghi?

EUR -
AED 4.246011
AFN 72.838394
ALL 95.900007
AMD 432.670294
ANG 2.069629
AOA 1060.201196
ARS 1612.785171
AUD 1.631697
AWG 2.083985
AZN 1.96758
BAM 1.955189
BBD 2.311377
BDT 140.815959
BGN 1.976241
BHD 0.436492
BIF 3407.948889
BMD 1.156163
BND 1.47234
BOB 7.930554
BRL 6.037467
BSD 1.147641
BTN 106.919948
BWP 15.660102
BYN 3.54859
BYR 22660.802746
BZD 2.308078
CAD 1.58721
CDF 2630.271542
CHF 0.912364
CLF 0.026733
CLP 1055.566138
CNY 7.978048
CNH 7.973447
COP 4269.514908
CRC 536.929751
CUC 1.156163
CUP 30.63833
CVE 110.231478
CZK 24.467774
DJF 204.366084
DKK 7.470608
DOP 69.387999
DZD 152.897099
EGP 60.398557
ERN 17.342451
ETB 179.181285
FJD 2.551767
FKP 0.866034
GBP 0.862186
GEL 3.139009
GGP 0.866034
GHS 12.52719
GIP 0.866034
GMD 85.556476
GNF 10057.854367
GTQ 8.779368
GYD 240.096985
HKD 9.056771
HNL 30.376368
HRK 7.533103
HTG 150.53292
HUF 390.449684
IDR 19565.753309
ILS 3.615716
IMP 0.866034
INR 107.439086
IQD 1503.329828
IRR 1520499.398226
ISK 143.803649
JEP 0.866034
JMD 180.303609
JOD 0.819667
JPY 183.061713
KES 148.856534
KGS 101.104059
KHR 4600.561157
KMF 494.837917
KPW 1040.490233
KRW 1730.01369
KWD 0.354145
KYD 0.956401
KZT 551.897392
LAK 24621.299593
LBP 102773.857076
LKR 357.679463
LRD 210.017041
LSL 19.336952
LTL 3.41385
LVL 0.699352
LYD 7.349701
MAD 10.783421
MDL 20.11171
MGA 4775.506442
MKD 61.619725
MMK 2427.680761
MNT 4127.12739
MOP 9.259504
MRU 45.803477
MUR 53.773403
MVR 17.862421
MWK 1990.077595
MXN 20.522305
MYR 4.554122
MZN 73.881892
NAD 19.336952
NGN 1563.69962
NIO 42.23679
NOK 10.988478
NPR 171.068758
NZD 1.964547
OMR 0.44454
PAB 1.147641
PEN 3.952981
PGK 4.953451
PHP 69.199276
PKR 320.500462
PLN 4.26885
PYG 7457.667585
QAR 4.185227
RON 5.093134
RSD 117.453481
RUB 99.602209
RWF 1675.37602
SAR 4.340832
SBD 9.305477
SCR 17.168814
SDG 694.853891
SEK 10.753528
SGD 1.47934
SHP 0.867422
SLE 28.499321
SLL 24244.181045
SOS 654.695242
SRD 43.358429
STD 23930.248207
STN 24.49234
SVC 10.041859
SYP 128.06281
SZL 19.341951
THB 37.747573
TJS 10.988463
TMT 4.046572
TND 3.389584
TOP 2.783763
TRY 51.227637
TTD 7.778567
TWD 36.90359
TZS 2992.051478
UAH 50.467616
UGX 4337.680891
USD 1.156163
UYU 46.485461
UZS 13989.685172
VES 525.690886
VND 30426.75234
VUV 137.625456
WST 3.172703
XAF 655.751911
XAG 0.015594
XAU 0.000245
XCD 3.124589
XCG 2.068253
XDR 0.815545
XOF 655.751911
XPF 119.331742
YER 275.80244
ZAR 19.377588
ZMK 10406.858107
ZMW 22.464974
ZWL 372.284145
  • Goldpreis

    107.5000

    4713.2

    +2.28%

  • EUR/USD

    -0.0027

    1.1562

    -0.23%

  • Euro STOXX 50

    -123.0200

    5613.83

    -2.19%

  • MDAX

    -1096.3400

    28423.08

    -3.86%

  • DAX

    -662.6900

    22839.56

    -2.9%

  • TecDAX

    -88.1700

    3471.49

    -2.54%

  • SDAX

    -495.9100

    16377.93

    -3.03%


Neues Europa nach Draghi?




m September 2024 legte Mario Draghi einen umfassenden Bericht vor, der der Europäischen Union ihre „existenzielle Herausforderung“ vor Augen führte: Nur durch tiefgreifende Reformen, massive Investitionen in Zukunftstechnologien und eine vollendete Kapital‑ und Energieunion könne der Kontinent wieder konkurrenzfähig werden. Der Bericht verlangte ein jährliches Investitionsvolumen von rund 800 Milliarden Euro – bis zu fünf Prozent des EU‑Bruttoinlandsprodukts – für künstliche Intelligenz, grüne Technologien, Verteidigung und die Stärkung junger Unternehmen. Er warnte vor einer „langsamen Agonie“, sollte die EU die technologische Lücke zu den USA und China nicht schließen.

Ein Jahr später fällt die Zwischenbilanz ernüchternd aus. Nach Schätzungen von Analysten wurden bis September 2025 nur rund zehn bis elf Prozent der Empfehlungen des Berichts umgesetzt. Eine Evaluierung der Fortschritte spricht von gerade einmal elf Prozent realisierter Maßnahmen, während geopolitische Ablenkungen wie Handelskonflikte mit den USA und der Krieg in der Ukraine Ressourcen und Aufmerksamkeit binden. Auf einer hochrangigen Konferenz im September 2025 räumten europäische Entscheidungsträger ein, dass die EU bislang eher mit Konzeptpapieren als mit konkreten Maßnahmen geglänzt hat. Zwar wurde im Januar 2025 die sogenannte „Kompass‑Strategie“ vorgestellt und inzwischen über eine Billion Euro an Programmen zur Förderung von Innovation, Clean‑Tech und Sicherheit mobilisiert. Doch der Großteil der Initiativen befindet sich noch im Planungsstadium, und die Umsetzung verläuft schleppend.

Eine wachsende Produktivitätslücke
Kern des Draghi‑Berichts war die Diagnose einer strukturellen Produktivitätslücke: Europa hat die Produktivitätsgewinne der digitalen Revolution nicht im gleichen Maße genutzt wie die USA. Während sich die USA und asiatische Wettbewerber dynamisch weiterentwickeln, stagniert die europäische Wirtschaft. Die Forschungs‑ und Entwicklungsquote der EU liegt mit rund 2,2 Prozent des BIP deutlich unter der seit 2000 angestrebten Drei‑Prozent‑Marke und weit hinter Ländern wie den USA (3,6 Prozent) oder Südkorea (fast fünf Prozent). Ohne eine starke Innovationsfinanzierung droht Europa, dauerhaft in der zweiten Liga zu spielen. Private Ersparnisse bleiben in Immobilien oder niedrig verzinsten Anlageformen gebunden, weil der Zugang zu Risikokapital weiterhin fragmentiert und nationale Kapitalmärkte zersplittert sind.

Hinzu kommt die Abwanderung junger, wachstumsstarker Unternehmen. Laut dem Bericht haben rund 30 Prozent der vielversprechenden europäischen High‑Tech‑Firmen ihren Sitz in die USA verlegt. Diese Abwanderung verstärkt die technologische Abhängigkeit und verschärft die Produktivitätslücke. Europäische Experten mahnen zudem, dass eine übermäßig komplexe Regulierung und unterschiedliche nationale Vorschriften Start‑ups bremsen und grenzüberschreitendes Wachstum verhindern. Zwar plant die EU einen vereinfachten Rechtsrahmen („28. Regime“), um innovativen Firmen ein europaweites Agieren zu ermöglichen, doch bislang existieren lediglich Ankündigungen.

Fehlende Investitionen und zunehmende Abhängigkeiten
Der Draghi‑Bericht forderte massive Investitionen, um die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Doch nach einem Jahr ist die Investitionslücke sogar größer geworden. Europa sieht sich steigenden Verteidigungs‑ und Energieausgaben gegenüber. Die Europäische Zentralbank schätzt den jährlichen Investitionsbedarf für den Zeitraum 2025–2031 inzwischen auf rund 1 200 Milliarden Euro – gut 400 Milliarden mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig steigen die öffentlichen Schulden weiter: Selbst ohne die zusätzlichen Verteidigungsausgaben dürfte die europäische Staatsschuldenquote innerhalb eines Jahrzehnts auf etwa 93 Prozent des BIP klettern. Die Handlungsspielräume der Mitgliedstaaten werden enger.

Parallel dazu hat sich Europas außenwirtschaftliches Umfeld verschlechtert. Die Grundlagen des europäischen Wachstums – offener Welthandel und hochwertige Exporte – sind erodiert. Die USA haben die höchsten Zölle seit der Smoot‑Hawley‑Ära eingeführt, während China seinen Handelsüberschuss mit der EU seit Dezember 2024 um fast 20 Prozent ausgebaut hat. Europa musste jüngst ein ungleiches Handelsabkommen akzeptieren, das den Import großer Mengen amerikanischer fossiler Brennstoffe und KI‑Chips vorsieht. Die Abhängigkeit von US‑Verteidigungsschutz und chinesischen Rohstoffen schränkt die europäische Verhandlungsposition ein und zwingt die EU dazu, sich auf fremde Bedingungen einzulassen. Fachleute warnen, dass diese Abhängigkeiten nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch die politische Souveränität gefährden.

Sektorale Schieflagen
Die Umsetzung der Draghi‑Empfehlungen verläuft in den einzelnen Branchen sehr unterschiedlich. Im Automobilsektor wird zwar der Umstieg auf Elektrofahrzeuge vorangetrieben, gleichzeitig steigt der Druck chinesischer Hersteller, weil Plug‑in‑Hybride von den EU‑Zollmaßnahmen ausgenommen wurden. Lobbyversuche gefährden zudem den 2035 festgelegten Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Bei Halbleitern hat die EU mit dem Chips‑Gesetz und einer staatlichen Koalition zwar die Weichen gestellt, doch mehrere geplante Werke in Deutschland und Polen wurden wegen hoher Kosten und regulatorischer Hürden abgesagt. Fachkräftemangel und komplexe Genehmigungsverfahren bremsen den Aufbau einer wettbewerbsfähigen Halbleiterindustrie.

Auch die Versorgung mit kritischen Rohstoffen bleibt ein Problem: Ambitionierte Ziele für mehr Selbstversorgung hängen stark von nationalen Initiativen ab; es fehlt an EU‑weiter Finanzierung und Koordinierung. Im Energiebereich haben hohe Preise und fragmentierte Märkte die Lage verschärft. Wichtige Reformen wie gemeinsame Gasbeschaffung, eine stärkere Integration der Stromnetze und Investitionen in Netzausbau kommen nur langsam voran. Energieintensive Branchen wie Stahl oder Chemie verschieben Investitionsentscheidungen, weil hohe Energiepreise und unsichere Nachfrage für CO₂‑arme Produkte die Rahmenbedingungen erschweren. Bei der künstlichen Intelligenz wurden zwar Investitionsprogramme aufgelegt und der Bau von Fabriken angekündigt, aber bisher haben erst etwa 13,5 Prozent der europäischen Unternehmen AI‑Technologien in ihre Prozesse integriert. Auf globaler Ebene produzierte die EU 2024 lediglich drei große KI‑Modelle, während die USA 40 und China 15 hervorbrachten.

Steigende Frustration und der Ruf nach Tempo
Die zögerliche Umsetzung der Draghi‑Empfehlungen sorgt für wachsende Unzufriedenheit. Bürgerinnen und Bürger wie Unternehmen befürworten die Diagnose und die Prioritäten, beklagen aber die mangelnde Geschwindigkeit. Zu häufig werde die institutionelle Komplexität der EU als Ausrede für Stillstand verwendet, warnen Beobachter. Gleichzeitig unternehmen die USA und China schnellere Schritte und nutzen ihren Gestaltungsspielraum effektiver. Eine wirkliche Trendwende erfordert laut Draghi eine neue Geschwindigkeit, größere Finanzmittel und mehr europäische Kooperation.

Experten betonen, dass Investitionen in Forschung, digitale Infrastruktur und industrielle Kapazitäten konzentriert, mutig und europaweit koordiniert sein müssen. Es braucht leistungsfähige Zentren exzellenter Forschung, eine auf Risikokapital ausgerichtete Kapitalmarktunion und klare Anreize für private Investoren. Gleichzeitig muss das Regelwerk vereinfacht werden: Datenschutzbestimmungen und die geplante KI‑Verordnung dürfen den Aufbau neuer Geschäftsmodelle nicht bremsen.

Ausblick in die nahe Zukunft
Ein Jahr nach Veröffentlichung des Draghi‑Berichts ist die Lage ernster geworden. Die strukturelle Produktivitätslücke gegenüber den USA und China hat sich vergrößert, die notwendigen Investitionen sind gestiegen, und Europas geopolitische Abhängigkeiten haben seine Handlungsfähigkeit geschwächt. Zwar wurden Programme wie die „Kompass‑Strategie“, eine Investitionsoffensive für künstliche Intelligenz und der „Clean Industrial Deal“ auf den Weg gebracht. Doch ohne schnellere Umsetzung, eine konsolidierte Kapitalmarktunion, gemeinsame Energie‑ und Rohstoffstrategien sowie mutige Investitionen in disruptive Technologien droht Europa an Bedeutung zu verlieren. Der Draghi‑Bericht bleibt damit weniger ein abgehaktes Projekt als ein dringender Appell: Nur wenn die Mitgliedstaaten den Reformstau auflösen, den Binnenmarkt vollenden und privates wie öffentliches Kapital mobilisieren, wird Europa seine Produktivität steigern, Investitionen anziehen und seine Machtposition in der Welt sichern können.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...