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Versöhnlicher WM-Abschluss für Isabell Werth: Die deutsche Rekord-Olympiasiegerin hat die Weltmeisterschaften in Aachen mit der Bronzemedaille in der Kür abgeschlossen. In der letzten Dressurprüfung der Wettkämpfe ritt die erfolgreichste Reiterin der Geschichte unter Flutlicht als allerletzte Starterin mit ihrem Olympiapferd Wendy zu 88,650 Prozent und gewann die 14. WM-Medaille ihrer Karriere. Gold holte sich Titelverteidigerin Lottie Fry aus Großbritannien vor der Dänin Cathrine Laudrup-Dufour.
"Ich bin superhappy. Es war das erklärte Ziel, dass wir noch eine Einzelmedaille abkriegen. Es war einfach mega. Dass wir endlich mal ohne Fehler reiten, ist fast gelungen. Eine unglaubliche Atmosphäre, getragen vom Publikum. Es war wunderbar", sagte Werth im ZDF und lobte Wendy: "Sie war sowas von bei mir. Ich bin einmal etwas schief gekommen, das muss ich nochmal ein bisschen üben."
Einen Tag nach ihrem vierten Platz im Grand Prix Spezial, wo Werth wegen einiger Fehler die Medaillenränge verpasst hatte, machte es die 57-Jährige mit der gewohnten Choreografie zu Barry Manilows "Mandy" besser. Fry und Glamourdale (91,907), die wie schon 2022 den Doppelsieg aus Spezial und Kür feierten, ritten aber in einer anderen Liga, an die nur Laudrup-Dufour und Stute Freestyle (91,236) herankamen. Werth stach hauchdünn Europameister Justin Verboomen (88,439) aus.
Sie verpasste zwar ihren ersten Einzel-Titel bei einer WM seit 2018 in Tryon, ein Podiumsplatz zum Abschied bedeutete angesichts der starken Konkurrenz aber definitiv einen großen Erfolg. Auch, weil Werth einmal mehr ein Fehler in den Wechseln unterlief. Die deutsche Mannschaft hatte sie bei der WM zuvor zu Gold geführt. Dennoch wartet Werth mit Wendy, deren Stern kurz vor Olympia 2024 in Paris aufgegangen war, weiter auf einen Einzeltitel bei den größten Championaten.
Debütantin Katharina Hemmer, die sich im Spezial am Freitag überraschend mit ihrem Denoix die Bronzemedaille gesichert hatte, verzichtete auf die Kür. Im imposanten Hauptstadion, das mit 40.000 Plätzen die größte Reitsport-Bühne der Welt bietet, überzeugten vor allem der erneut starke WM-Debütant Raphael Netz mit Camelot (80,946) und trotz einiger Fehler auch Frederic Wandres mit Bluetooth (76,246) die Zuschauer.
T.Shimizu--JT