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Sachsen-Anhalts SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann (SPD) sieht Fehler beim Umgang mit der AfD. "Die demokratischen Parteien, auch meine eigene, haben zu lange die kritische Diskussion mit der AfD vermieden", sagte er am Sonntag der "Welt". "Wir hätten viel früher auf die von der AfD aufgegriffenen Themen mit einer inhaltlichen Auseinandersetzung reagieren müssen", kritisierte Willingmann, der stellvertretender Ministerpräsident, Wissenschaftsminister und außerdem Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl im September ist.
Es sei der Eindruck entstanden, "die SPD kümmere sich vor allem um die Bezieher staatlicher Leistungen und weniger um die hart arbeitende Mittelschicht", sagte er der Zeitung und fügte hinzu: "Auch deshalb unsere Wahlniederlagen. Also müssen wir uns korrigieren." Die Bemerkung der SPD-Ko-Vorsitzenden Bärbel Bas, es gebe keine Einwanderung in das deutsche Sozialsystem, nannte Willingmann "eine unglückliche Aussage".
Beim "ein oder anderen Punkt" hätten die Parteien "einsehen müssen, dass da irgendetwas nicht in Ordnung ist und wir uns kümmern sollten", führte er aus. Das Kooperationsverbot der CDU mit der AfD begrüßte er dagegen. Er glaube nicht, dass die sogenannte Brandmauer die AfD stärke und ihr einen Märtyrerstatus verleihe. "Ich höre das oft, aber warum fragt eigentlich niemand, ob die AfD bereit wäre, sich von rechtsextremistischen Positionen zu verabschieden?" fragte Willingmann.
K.Okada--JT