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Deutschlands Dressurreiter haben einen starken Auftakt in ihre herbeigesehnte Heim-Weltmeisterschaft in Aachen gefeiert. Am ersten Tag der Mannschaftsprüfung zeigte zunächst WM-Debütant Raphael Netz mit seinem Camelot eine gute Vorstellung im Grand Prix, wenige Stunden später tanzten Team-Olympiasieger Frederic Wandres und Bluetooth die deutsche Equipe im Springstadion in der Soers zur Halbzeitführung vor den Mannschaften aus Großbritannien und Australien.
Mit 75,963 Prozentpunkten zeigte am Dienstag Wandres die beste Leistung des Tages vor der Britin Becky Moody (73,820) und Netz (73,338), ganz aussagekräftig sind die Ergebnisse aufgrund des bereits eingerechneten Streichergebnisses jedoch nicht. Nur die besten drei Ritte pro Team zählen in die Wertung, die stärksten Reiter starten traditionell erst im zweiten Teil des über zwei Tage ausgetragenen Mannschaftswettbewerbs.
Bei der letzten Ausgabe der WM 2022 in Herning blieb der deutschen Equipe nur Bronze hinter den siegreichen Gastgebern aus Dänemark und Großbritannien, auch in diesem Jahr wird ein Dreikampf zwischen diesen Nationen erwartet. Die Dänen fielen jedoch bereits zurück.
Der erst 27 Jahre alte Netz feierte derweil emotionale Premiere, nach der letzten Linie riss der junge Reiter euphorisch den Arm in die Höhe und schenkte seinem Pferd mitten auf dem Viereck eine Umarmung. "Ich habe natürlich schon gemerkt, dass wir sehr herzlich willkommen geheißen wurden vom deutschen Publikum", freute sich Netz: "Das hat uns auf den Sandplatz getragen, über den heiligen Rasen."
Wie bereits 2006, als die WM zuletzt in Aachen zu Gast war, starten die Dressurreiter in diesem Jahr wieder auf dem eigens für sie errichteten Viereck mitten auf dem berühmtem Grün im großen Springstadion, bis zu 40.000 Zuschauer finden dort Platz. Das Publikum, am Vormittag noch recht spärlich vertreten, bedachte Netz' Leistung mit lautem Applaus, auch Wandres erhielt einige Stunden später euphorischen Jubel.
Am Mittwoch gibt mit Katharina Hemmer zunächst eine weitere WM-Debütantin ihre Premiere. Für den krönenden Abschluss will als letzte deutsche Starterin schließlich Rekord-Olympiasiegerin Isabell Werth sorgen, die Dressur-Ikone möchte sich gleich zum Auftakt der Weltmeisterschaften ihren zehnten WM-Titel sichern. Der Abend verspricht eine hochspannende Entscheidung.
M.Sugiyama--JT