The Japan Times - Schützenhilfe aus Washington: US-Vize Vance besucht Orban kurz vor Ungarn-Wahl

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Schützenhilfe aus Washington: US-Vize Vance besucht Orban kurz vor Ungarn-Wahl
Schützenhilfe aus Washington: US-Vize Vance besucht Orban kurz vor Ungarn-Wahl / Foto: Attila KISBENEDEK - AFP

Schützenhilfe aus Washington: US-Vize Vance besucht Orban kurz vor Ungarn-Wahl

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn hat US-Vizepräsident JD Vance Ministerpräsident Viktor Orban in Budapest Schützenhilfe geleistet - und zugleich der Europäischen Union in scharfen Worten "Wahl-Einmischung" vorgeworfen. Mit seiner Visite wolle er "ein Zeichen an alle senden, besonders an die Bürokraten in Brüssel", sagte Vance am Dienstag in Budapest. Diese hätten "alles in ihrer Macht Stehende getan, um das ungarische Volk klein zu halten, weil sie den Regierungschef nicht mögen, der sich tatsächlich für das ungarische Volk einsetzt".

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Den rechtsnationalistischen Regierungschef Orban bezeichnete Vance hingegen als ein "Modell" für Europa. In Ungarn wird am Sonntag ein neues Parlament gewählt. Die Fidesz-Partei des seit 2010 ununterbrochen regierenden Orban liegt Umfragen zufolge deutlich hinter der Partei Tisza von Oppositionspolitiker Peter Magyar.

Ungarn hat in den vergangenen Jahren immer wieder mit seinem Veto EU-Entscheidungen blockiert. Zuletzt verhinderte der russlandfreundliche Orban die Auszahlung eines bereits beschlossenen Kredits für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Auch hat Brüssel Ungarn wiederholt wegen Verstößen gegen die Rechtsstaatlichkeit sanktioniert.

Vance bezeichnete den Wahlkampf in Ungarn auf einer Pressekonferenz mit Orban als "eines der schlimmsten Beispiele von ausländischer Wahl-Einmischung, die ich je gesehen habe, oder über die ich auch nur gelesen hätte". Die "Bürokraten in Brüssel" hätten versucht, die ungarische Wirtschaft zu zerstören, weil sie "den Typen verabscheuen," sagte Vance mit Blick auf Orban. Aber er wolle den Ungarn nicht sagen, wie sie wählen sollten, und er ermutige "die Bürokraten in Brüssel, genau das Gleiche zu machen."

Orban sagte, er habe mit Vance "die großen Themen die westliche Zivilisation betreffend" erörtert. Darunter seien "Migration, die Gender-Ideologie, Familienpolitik und die globale Sicherheit" gewesen. Vance wollte später am Dienstag noch mit Orban bei einer Wahlkampfveranstaltung auftreten und eine Rede halten.

Der US-Vizepräsident ist einer der schärfsten Kritiker innerhalb der US-Regierung von gemäßigten und liberalen Regierungen in der EU. Zugleich ist Vance einer der größten Unterstützer rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien. In der Ende 2025 veröffentlichten neuen US-Sicherheitsstrategie wird der Aufbau von Kontakten zu rechtspopulistischen Parteien auch offiziell als europapolitische Leitlinie der Regierung in Washington festgeschrieben.

Unter anderem spricht das Papier von einer "Zensur der freien Meinungsäußerung" und der "Unterdrückung der politischen Opposition" in Europa. Die USA wollen demnach künftig den "Widerstand" etwa durch rechtsgerichtete Parteien gegen den aktuellen politischen Kurs Europas unterstützen.

Seit der zweiten Amtszeit von Donald Trump mischen sich die USA offen in ausländische Wahlkämpfe ein und unterstützen die Parteien, deren Standpunkte ihrer Meinung nach am günstigsten für US-Interessen sind. US-Außenminister Marco Rubio war schon im Februar nach Budapest gereist und hatte sich demonstrativ hinter Orban gestellt: "Ich kann Ihnen mit Zuversicht sagen, dass Präsident Trump sich zutiefst für Ihren Erfolg einsetzt, denn Ihr Erfolg ist unser Erfolg", sagte Rubio damals bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Orban.

Y.Kimura--JT