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US-Vizepräsident JD Vance ist am Montag nach Armenien gereist. Nach Beratungen mit dem armenischen Regierungschef Nikol Paschinjan in der Hauptstadt Eriwan will er am Dienstag ins Nachbarland Aserbaidschan weiterreisen. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, Vance werde die beiden Kaukasusstaaten besuchen, um die "Friedensbemühungen" der USA fortzusetzen.
Armenien und Aserbaidschan hatten in den vergangenen Jahrzehnten zwei Kriege gegeneinander um die Kontrolle der Region Bergkarabach geführt. 2023 brachte Aserbaidschan die mehrheitlich von ethnischen Armeniern bewohnte Region dann in einer großangelegten Militäroffensive unter seine Kontrolle. Im August vergangenen Jahres vereinbarten beide Länder bei der Unterzeichnung eines Abkommens im Weißen Haus in Washington, ihren Konflikt dauerhaft beizulegen.
Vance sagte am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Paschinjan: "Wir schaffen nicht nur Frieden für Armenien." Es gehe auch um "echten Wohlstand" für Armenien und die USA. Er gab unter anderem eine Vereinbarung zum Verkauf von US-Drohnentechnologie an Armenien im Wert von elf Millionen Dollar (9,3 Millionen Euro) an. Vance und Paschinjan unterzeichnten zudem ein Atomenergie-Abkommen, das laut dem armenischen Regierungschef "ein neues Kapitel in der sich vertiefenden Energiepartnerschaft zwischen Armenien und den USA aufschlagen wird".
Nach Angaben des US-Außenministeriums will Vance auf seiner Reise auch eine geplante Straßen- und Eisenbahnverbindung namens Trump-Route für internationalen Frieden und Wohlstand (Tripp) voranbringen. Sie ist Teil des Abkommens, das Paschinjan und Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew im Weißen Haus unterzeichnet hatten, und soll über das Staatsgebiet Armeniens verlaufen, um das Kernland Aserbaidschans mit der Exklave Nachitschewan zu verbinden.
Vance ist der bislang ranghöchste Vertreter der USA, der Armenien besucht. Seine Reise erfolgt auch vor dem Hintergrund sich verändernder Allianzen in der Region: Die Beziehungen zwischen Armenien und seinem traditionellen Verbündeten Russland hatten sich nach dem Bergkarabach-Konflikt 2023 abgekühlt, weil dort stationierte russische Soldaten nicht in den Konflikt mit Aserbaidschan eingegriffen hatten. In der Folge näherte sich Armenien an die EU an. Auch die USA streben nun eine größere diplomatische und wirtschaftliche Präsenz im Südkaukasus an.
T.Shimizu--JT