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Mehr als tausend Jahre nach seinem Tod werden die Gebeine des legendären Kaisers Otto I. in einem neuen Sarg im Magdeburger Dom beigesetzt. In einer feierlichen Zeremonie wird der Titansarg am kommenden Dienstag in den als Kaisergrab geltenden Steinsarkophag herabgesenkt, wie die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt am Donnerstag in Halle mitteilte.
Der aus Titan, Feinsilber, Feingold und Blattgold von der Schmuckkünstlerin Silke Trekel gefertigte Sarg war von einer Jury ausgesucht worden. Notwendig wurde der neue Sarg für die Gebeine Ottos des Großen, nachdem sich bei der Öffnung des Steinsarkophags im vergangenen Jahr gezeigt hatte, dass der darin liegende historische Holzsarg weitgehend zersetzt war. Das Herrschergrab war wegen umfangreicher Konservierungsarbeiten geöffnet worden.
Neben Knochen fanden sich darin Textilien wie ein rotes Einschlagtuch aus byzantinischer oder spanischer Seide. Die im Sarkophag bestatteten historischen Gebeine wurden etwa ein Jahr lang im Zuge der Konservierungsarbeiten untersucht. Laut dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie handelt es sich bei den sterblichen Überresten "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" um die des legendären Kaisers.
Bei der feierlichen Wiederbeisetzung des Sargs soll Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) die Festansprache halten. Nach einem Gottesdienst gibt es Grußworte unter anderem von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU).
Otto I., auch Otto der Große genannt, gilt neben Karl dem Großen als zentrale Figur der mittelalterlichen deutsch-europäischen Geschichte. Er lebte laut historischen Quellen von 912 bis 973. Magdeburg war seine Machtzentrale und galt als seine Lieblingsstadt. Er ließ dort den Vorgängerbau des heutigen Doms errichten. Dort wurde er nach seinem Tod auch beigesetzt.
Zunächst war Otto I. König des Ostfränkischen Reichs, bevor er 962 vom damaligen Papst zum Kaiser eines neu formierten Heiligen Römischen Reichs gekrönt wurde. Es umfasste weite Gebiete unter anderem im heutigen Deutschland, Italien und Frankreich. Es bestand offiziell bis 1806, bevor es aufgelöst wurde.
H.Hayashi--JT