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In der österreichischen Hauptstadt Wien sind am Donnerstag zehntausende Studierende gegen das ihrer Meinung nach unzureichende Finanzierung der Hochschulen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten trugen Transparente mit Parolen wie "Unsere Bildung, unsere Zukunft", "Die Demokratie braucht Bildung" und "Bildung darf kein Privileg werden". Nach Schätzungen der Organisatoren nahmen mindestens 40.000 Menschen an den Protesten teil. Die Polizei war zuvor von 20.000 Teilnehmern ausgegangen.
Auslöser des Unmuts war die am Wochenende verkündete Bereitstellung eines Finanzrahmens von 16 Milliarden Euro für die 23 öffentlichen Universitäten des Landes zwischen 2028 und 2030.
Die Rektoren der Hochschulen fordern hingegen mindestens 18 Milliarden Euro, um die Inflation und den Anstieg der Kosten auszugleichen. Nach ihrer Einschätzung wird dieses Budget zur Streichung von etwa jeder zehnten Stelle führen, außerdem zu einer Verringerung des Lehrangebots und zu Verzögerungen bei Forschungsprojekten. Sie warnen zudem vor Folgen für die Universitätskliniken, mit möglichen Auswirkungen auf die Versorgung und die Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten.
"Wir wollen ein starkes Zeichen für die Bedeutung einer angemessenen Finanzierung der Universitäten setzen", erklärte die Organisatorin Selina Wienerroither von der Österreichischen Hochschüler_innenschaft (ÖH) vor Beginn des Protestzugs. Die 21-jährige Studentin Anabel sagte der Nachrichtenagentur AFP, sie fürchte, "dass die Investitionen in Bildung immer weiter zurückgefahren werden, sowohl an den Universitäten als auch in den Schulen". Dabei sei Bildung "das Wichtigste für einen Staat und seine Bürger".
Die Wiener Studierenden erhielten bei der Demonstration Verstärkung durch Studierende und Lehrkräfte aus dem ganzen Land, unter anderem aus Salzburg, Innsbruck und Graz. Die Bewegung wird außerdem von der österreichischen Universitätenkonferenz (uniko) und der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD) unterstützt. Die österreichische Regierung verteidigt indes die Notwendigkeit von Budgetkürzungen.
Y.Kimura--JT