The Japan Times - Drama um Buckelwal vor Poel: Retter planen weiterhin mit Abtransport

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Drama um Buckelwal vor Poel: Retter planen weiterhin mit Abtransport

Drama um Buckelwal vor Poel: Retter planen weiterhin mit Abtransport

Im Drama um den Buckelwal vor der Ostseeinsel Poel hält die private Rettungsinitiative nach eigenen Angaben am Plan einer Bergung samt anschließendem Transport per Schleppverband fest. Nach der neuen Strandung des zwischenzeitlich frei schwimmenden Tiers am Montag sei dieses inzwischen in sicherer Lage stabilisiert worden, sagte der federführend an der Rettung beteiligte Walschützer Sergio Bambaren am Mittwoch vor Journalisten. Nun werde die "zweite Phase" der geplanten Rettung in Angriff genommen, der genaue Ablauf sei bisher allerdings noch offen.

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"Diese Rettung ist so schwierig, dass wir jeden Tag so nehmen müssen, wie er kommt", fügte Bambaren hinzu. Seiner Auffassung nach habe der Wal weiter eine Überlebenschance von "50 zu 50", er sei ein "Kämpfer". Die für die Walrettung benötigten Pontons stünden ebenso bereit wie Schiffe für den Schleppverband. Experten, Tierärzte und Ingenieure würden über alles beraten. Es gebe die "reale Chance", das Tier zu befreien.

Der laut Fachleuten in besorgniserregendem Zustand schwebende Wal war wochenlang vor der Ostseeküste umher geirrt und hatte sich mehrfach in Fischernetzen verfangen. Er strandete wiederholt, kam aber selbst frei oder wurde befreit. Seit Ende März liegt er in einer seichten Bucht bei Poel vor Wismar in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Grund.

Behörden und unterschiedliche von diesen hinzugezogene Experten gaben die Hoffnungen für das Tier bereits auf. Mehrfachstrandungen gelten als sicheres Anzeichen für gravierende Probleme. Dazu kommen demnach potenzielle Folgeschäden an Organen durch das Liegen im Flachwasser sowie massive Hautprobleme durch den niedrigen Salzgehalt der Ostsee.

Trotzdem dulden die Behörden einen von einer privaten Initiative in der vergangenen Woche gestarteten weiteren Rettungsversuch. Deren Konzept sieht vor, den festsitzenden Wal mit einem System aus Luftkissen und Pontons anzuheben und in die Nordsee oder den Atlantik zu schleppen.

Bislang wurde dies aber nicht umgesetzt, es blieb bei vorbereitenden Arbeiten. Am Montag schwamm sich das Tier dann überraschend nochmals frei, kam aber am Ausgang der Bucht wieder an einer flachen Stelle fest. Seither wird es dort betreut. Die Rettungsinitiative wird von zwei Unternehmern finanziert, darunter Mediamarkt-Gründer Walter Gunz.

Bambaren erklärte die neuerliche Walstrandung vom Montag mit einer Panikreaktion des Tiers aufgrund fahrlässiger Annäherung eines Boots mit einer inzwischen abgereisten Tierärztin. Dadurch habe der Wal das Fahrwasser am Eingang der Bucht verlassen und sei auf einer Sandbank in einer für ihn sehr gefährlichen Schräglage liegengeblieben, sagte er am Mittwoch. Somit sei auch der Plan des Teams durchkreuzt worden, ihn für den späteren Bergeversuch an einen geeigneten Ort zu lenken.

Als Notfallmaßnahme sei danach eine Kuhle um das größtenteils über der Wasserlinie liegende rund 15 Tonnen schwere Tier freigespült worden, sagte Bambaren. Aufgrund der Gewichtsbelastung habe der Wal Atemprobleme gehabt, zudem hätten Schäden an Organen gedroht. Die Situation auf der Sandbank sei "sehr gefährlich" gewesen, inzwischen liege das Tier aber "bequem" in der tiefen Kuhle und könne frei atmen.

Laut Bambaren entschieden die Helfer dann, den Meeressäuger nach den Strapazen zunächst ausruhen zu lassen. Auch am Mittwoch wurde das Tier, neben dem ein Arbeitsponton liegt, zunächst weiter betreut. Helfer waren bei ihm, spülten Sand weg und legten nasse Tücher auf.

Die Behörden begleiten und überwachen den Rettungsversuch mit eigenen Fachleuten, unterstützt werden die Arbeiten vor Ort unter anderem von Einheiten der Rettungsorganisation DLRG. Die Privatinitiative machte zuletzt auch durch mutmaßliche interne Querelen von sich reden. Eine Tierärztin von der US-Pazifikinselgruppe Hawaii reiste wieder ab und machte anschließend unter anderem Bambaren öffentlich Vorwürfe. Der Walschutzaktivist und Buchautor wies diese am Mittwoch erneut zurück.

Große Wale sind in der flachen Ostsee nicht heimisch und können dort nicht dauerhaft leben. Warum der Buckelwal in das Binnenmeer schwamm und im buchtenreichen Küstenbereich immer wieder festkam, ist unklar. Wale verirre sich gelegentlich in die Ostsee, meist finden sie aber hinaus oder verenden auf See. Die Bemühungen zur Lebendrettung des Wals vor Poel gelten zumindest für Deutschland als bisher einmalig.

T.Sato--JT