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Zum sechsten Mal in Folge hat sich die Stimmung in den deutschen Unternehmen im Oktober verbessert: Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg von 89,9 Punkten im September auf nun 90,2 Punkte, wie das Ifo-Institut in München am Montag mitteilte. Besonders in der Industrie hellte sich das Geschäftsklima auf. "Die Konjunkturbelebung setzt sich fort", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Ökonomen warnten aber vor weiteren Risiken für die Wirtschaft - vor allem durch eine zusätzliche Eskalation in der Golfregion.
Die aktuelle Lage schätzten die Unternehmen zwar etwas schlechter ein als im September - ihre Erwartungen waren aber zuversichtlicher, wie das Ifo mitteilte.
Deutlich stieg der Geschäftsklimaindex demnach im Verarbeitenden Gewerbe: Die Unternehmen beurteilten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Erwartungen "substanziell" besser. Beide Indikatoren drehten erstmals seit mehr als drei Jahren wieder ins Plus. Die Zahl der Neuaufträge sei gestiegen, erklärte das Ifo, die Unternehmen planten daher, die Produktion zu steigern.
Im Dienstleistungssektor erlitt das Geschäftsklima dagegen einen Dämpfer: Die Unternehmen waren unzufriedener mit den laufenden Geschäften. Ihre Erwartungen fielen hingegen besser aus. Positiv stachen die IT-Dienstleister hervor.
Im Handel bewegte sich der Ifo-Indikator nicht - auf der einen Seite beurteilten die Händler ihre aktuelle Lage schlechter, auf der anderen Seite hellten sich ihre Erwartungen etwas auf. Der Großhandel entwickelte sich hier besser als der Einzelhandel.
Im Bauhauptgewerbe stieg der Index. Die Unternehmen waren laut Umfrage des Ifo spürbar zufriedener mit den laufenden Geschäften. Auch die Erwartungen legten leicht zu.
Der KfW-Research-Ökonom Philipp Scheuermeyer erklärte, vor dem Hintergrund einer drohenden erneuten Eskalation am Persischen Golf nach den Kongresswahlen am 3. November in den USA und den steigenden Energiepreisen seien die "aktuellen Befragungsergebnisse noch positiver zu sehen". Der "fiskalpolitische Schub" sowie die Nachfrage nach Vorleistungsgütern für die KI-Infrastruktur seien Aspekte, die den Aufschwung "weitertragen" dürften.
"Ganz immun gegen extrem hohe Energiepreise ist die deutsche Wirtschaft aber sicherlich nicht - das heißt, die Entwicklungen am Golf bleiben das größte Konjunkturrisiko", fuhr der Ökonom fort. Auch ING-Analyst Carsten Brzeski benannte unter anderem die Konflikte und die Möglichkeit einer weiteren Eskalation nach den US-Kongresswahlen sowie wahrscheinlich höhere Gaspreise in der derzeitigen Heizperiode als klare Risiken, ebenso das anhaltende Niedrigwasser in deutschen Flüssen und ein hohes Zinsniveau.
Das größte langfristige Risiko sieht Brzeski in der Unsicherheit, ob die Bundesregierung bereits verkündete Strukturreformen angehen wird. "Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands strukturell zu verbessern, müsste die Regierung deutlich mutiger vorgehen", mahnte der ING-Analyst. Der Ifo-Index bestätige aber, dass "die deutsche Wirtschaft eine unerwartete Widerstandsfähigkeit und sogar einen leichten konjunkturellen Aufschwung verzeichnet".
DZ-Bank-Konjunkturanalyst Christoph Swonke erklärte, die Verbesserung sei zwar nur marginal, der optimistischere Blick der Unternehmen auf die Zukunft mache aber Mut. Er wies dennoch ebenso auf die hohen Energiekosten hin sowie auf die Sorge der Wirtschaft, dass "der eingeschlagene Reformprozess nach den jüngsten Landtagswahlen ins Stocken gerät".
T.Shimizu--JT