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Die deutsche Bevölkerung dürfte in den kommenden zwei Jahrzehnten schrumpfen: Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung rechnet in seiner am Dienstag vorgestellten Analyse damit, dass 2045 hierzulande rund 81,8 Millionen Menschen leben, das wären 1,7 Millionen Menschen oder 2,2 Prozent weniger als Ende vergangenen Jahres. Die deutsche Bevölkerung im Erwerbsalter dürfte bis 2045 bundesweit sogar um 4,7 Prozent schrumpfen, wie die "Demografische Lage der Nation" ergab.
Im vorangegangenen Bericht von 2019 sprach das Institut noch von einem "demografischen Zwischenhoch", die Bevölkerung stieg an und sollte auf absehbare Zeit stabil bleiben. Nun veränderte sich die Perspektive: Über zwei Drittel der 400 Kreise und kreisfreien Städte verlieren an Bevölkerung, wie der Bericht ergab.
Dabei sei mittlerweile aber die entscheidende Frage nicht mehr, ob Deutschlands Bevölkerung wachse oder schrumpfe, "sondern wo", erklärte Institutspräsidentin Catherina Hinz. Besonders im Osten entwickeln sich die Regionen demnach sehr unterschiedlich - so liegen zwölf der 20 Kreise und kreisfreien Städte mit den schwächsten Gesamtbewertungen derzeit in Ostdeutschland, 2019 waren es nur fünf.
Wachsen dürften im Osten Städte wie Leipzig, Dresden und Potsdam, in Städten wie Suhl und Sonneberg in Thüringen hingegen dürfte die Bevölkerung um bis zu 30 Prozent zurückgehen. Auch das Saarland dürfte an Bevölkerung verlieren, nicht so hingegen Frankfurt am Main oder Düsseldorf. Damit zeigt sich nicht nur ein Ost-West-Trend, sondern auch ein Gegensatz zwischen Städten und ländlichen Regionen.
Grund für die schrumpfende Zahl der Menschen im Erwerbsalter sind die Babyboomer, die in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. In den Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Saarland beträgt der Rückgang der Bevölkerung im Erwerbsalter sogar zwischen zwölf und 18 Prozent.
"Die Politik wird den Bevölkerungsrückgang in vielen Regionen nicht aufhalten können. Aber sie kann und muss ihn gestalten", erklärte Manuel Slupina von der Wüstenrot Stiftung, die den Bericht gemeinsam mit dem Berlin-Institut erstellte. Dafür seien "neue Formen der Daseinsvorsorge" nötig sowie Lösungen, die zu den Regionen passten.
T.Sasaki--JT