The Japan Times - Elektronische Patientenakte findet wenig Anklang - Warken kündigt Besserungen an

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Elektronische Patientenakte findet wenig Anklang - Warken kündigt Besserungen an

Elektronische Patientenakte findet wenig Anklang - Warken kündigt Besserungen an

Ein Jahr nach Einführung der elektronischen Patientenakte (ePA) können die meisten Versicherten nicht viel damit anfangen. Ein Großteil von ihnen - 71 Prozent - nutzt das digitale Angebot bislang nicht: Dies geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hervor. Verbraucherschützer und Ärzteverbände kritisierten die ePA als zu kompliziert und forderten nutzerfreundliche Verbesserungen. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte zu, das Angebot attraktiver zu machen.

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In der vzbv-Erhebung beklagten viele Befragte fehlende Funktionen, unzureichende Informationen sowie komplizierte Freischaltungsprozesse als Hürden im Umgang mit der ePA. Die Verbraucherzentrale forderte die Politik auf, die Patientenakte zügig weiterzuentwickeln - denn generell sei sie ein vielversprechendes Angebot.

Auch Hausärzte-Vertreter zogen eine kritische Zwischenbilanz. Die allerwenigsten Patienten hätten sich ihre ePA einmal angeschaut, sagte der Chef des Deutschen Hausärtzinnen- und Hausärzteverbands, Markus Beier, den Funke-Zeitungen. "Das liegt vor allem an dem absurd komplizierten Registrierungsprozess, der selbst digital affine Menschen irgendwann frustriert aufgeben lässt."

Die vzbv-Vorständin Ramona Pop kritisierte: "Die elektronische Patientenakte ist noch nicht im Alltag der Menschen angekommen." Dabei könne die ePA "ein echter Gewinn für die Gesundheitsversorgung sein", weil sie diese "transparenter und effizienter" machen könnte. "Aber so, wie sie bislang ausgestaltet ist, bleibt sie deutlich hinter den Erwartungen zurück."

Die Verbandschefin forderte das Bundesgesundheitsministerium auf, einen "verbindlichen Zeitplan" darüber vorzulegen, wie die Patientenakte praxistauglicher gestaltet werden kann. Pop schlug vor, etwa das Zahnbonusheft, den Impfpass und den Mutterpass in die ePA aufzunehmen - und zusätzlich eine Funktion mit Erinnerungen an anstehende Vorsorgetermine einzuführen.

Die Akte könne zudem zu einer Plattform für wissenschaftlich gesicherte Gesundheitsinformationen ausgebaut werden - "für Menschen, die Fragen haben und nicht irgendwelchen obskuren Gesundheits-Influencern auf den Leim gehen" wollten, sagte Pop.

Gesundheitsministerin Warken verteidigte die ePA trotz der bislang geringen Nutzerzahlen. "Wir werden die Nutzbarkeit so weiterentwickeln, dass sie für alle Versicherten einen größeren Mehrwert bringt", kündigte sie an. Der Zugang zur Akte müsse "einfacher werden, deshalb werden wir unter Einhaltung hoher Schutzstandards das Authentifizierungsverfahren vereinfachen".

"Neben dem e-Rezept und der Medikationsliste, die bereits fester Bestandteil der Versorgung sind, werden durch die E-Überweisung, die digitale Ersteinschätzung und eine verankerte Terminvermittlung weitere Anwendungen integriert", sagte Warken. "Dadurch wird die ePA auch für Versicherte attraktiv, die keine lange Krankheitsgeschichte haben."

Auch die Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) forderten eine rasche Weiterentwicklung der ePA, die nicht nur eine "reine Dokumentensammlung" sein dürfe. Es müsse darum gehen, "Mehrwerte für Versicherte zu schaffen", sagte Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, der Nachrichtenagentur AFP. "Dazu gehört insbesondere auch die Möglichkeit für die Krankenkassen, individuelle Inhalte und Anwendungen innerhalb der ePA anbieten zu dürfen."

Ähnliche Forderungen kamen von Patientenschützern. "Der Dauerärger mit der E-Akte muss ein Ende haben", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, AFP. "Die Bundesgesundheitsministerin ist aufgefordert, einen verbindlichen Fahrplan zur Problemlösung vorzulegen."

In der vom vzbv in Auftrag gegebenen Umfrage des Instituts Forsa gaben 94 Prozent an, die ePA zu kennen. 71 Prozent gaben an, sie nicht aktiv zu nutzen. Neun Prozent gaben an, Widerspruch gegen die Anlage der Akte eingelegt zu haben oder sie löschen zu lassen.

Die Gründe, warum Versicherte ihre elektronische Patientenakte nicht aktiv nutzen, sind der Erhebung zufolge vielfältig. 75 Prozent gaben an, dass sie sich noch nicht mit der ePA auseinandergesetzt hätten. Jeder Dritte (33 Prozent) sagte, keinen persönlichen Nutzen in der Akte zu sehen.

Am 15. Januar 2025 ist die ePA offiziell gestartet. Die Krankenkassen mussten bis Mitte Februar 2025 allen Versicherten eine elektronische Patientenakte zur Verfügung gestellt, die nicht widersprochen haben. Seit Oktober 2025 sind Praxen, Krankenhäusern und Apotheken dazu verpflichtet, sie zu nutzen.

M.Saito--JT