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Die Menge des aus Wind produzierten Stroms in Deutschland hat sich einem Bericht zufolge trotz eines massiven Ausbaus von Windrädern kaum erhöht. Von 2020 bis 2025 sei zwar die Leistung um insgesamt 14 Gigawatt erhöht worden, berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Zahlen des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Die Windstrom-Erzeugung habe aber mit 106 Terawattstunden im vergangenen Jahr nur unwesentlich über jener von fünf Jahren zuvor gelegen.
Deutschlands Gasspeicher sind aktuell zu fast einem Drittel gefüllt. Der Füllstand betrage 31 Prozent, sagte am Freitag eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin. Die Regierung erwartet demnach, dass die Füllstände bis Herbst weiter steigen werden - "die Einspeicherungen beginnen in der Regel erst im Mai und im Juni, zum Teil sogar erst im September".
Die Verbraucherpreise in Deutschland sind im Mai voraussichtlich wieder etwas langsamer gestiegen: Die Inflationsrate betrug im Vergleich zum Vorjahresmonat 2,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Vormonat April hatte sie angesichts stark steigender Energiepreise im Zuge des Iran-Kriegs noch 2,9 Prozent betragen. Experten führten den Rückgang im Mai auf den Tankrabatt zurück.
Die Kraftstoffpreise sind nach Einführung des Tankrabatts im Mai laut Bundeskartellamt kräftig gefallen - gefallen seien aber auch die Rohölpreise in der Hoffnung auf Entspannung in der Straße von Hormus. Das Kartellamt werde daher weiter "eingehend untersuchen", wie umfänglich der Tankrabatt tatsächlich an die Autofahrerinnen und -fahrer weitergegeben wurde, erklärte Behördenchef Andreas Mundt am Freitag. Bei der seit April geltenden Zwölf-Uhr-Regel ist die Zahl der Abweichungen demnach "durchaus hoch" - es handle sich meist aber nur um wenige Minuten.
Mehr als zwei Drittel der Kommunen in Deutschland bewerten ihre Finanzlage im vergangenen Jahr als eher schlecht. 44 Prozent vergaben laut einer Vorabveröffentlichung des neuen KfW-Kommunalpanels vom Freitag die Note "mangelhaft", weitere 25 Prozent die Note "ausreichend". Positiv bewertet wurde jedoch die Verkleinerung von Investitionslücken durch das Sondervermögen des Bundes.
Grünen-Parteichef Felix Banaszak hat die Bundesregierung und Kanzler Friedrich Merz (CDU) für Verhärtungen in der Debatte über Sozialreformen verantwortlich gemacht. Banaszak warf konkret Merz am Freitag in der Sendung "Frühstart" von RTL und ntv vor, nicht früher auf die Sozialpartner zugegangen zu sein. Dies sei "ein absolutes Versagen im Regierungshandeln".
Im Zusammenhang mit der Förderung der Northvolt-Batteriefabrik in Schleswig-Holstein hat die Landesregierung den Landtag nicht ausreichend informiert. Das entschied das Landesverfassungsgericht in Schleswig am Freitag und gab damit einem Antrag der FDP-Fraktion statt, dem sich die SPD-Fraktion angeschlossen hatte. Der schwedische Batteriehersteller Northvolt wollte eine Fabrik mit rund 3000 Arbeitsplätzen in Schleswig-Holstein errichten, ging dann aber in die Insolvenz.
Der Iran-Krieg hat zu einem massiven Anstieg der Einfuhrpreise für Energie geführt: Sie kletterten gegenüber dem Vorjahresmonat um 31,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das ist demnach der stärkste Zuwachs im Vorjahresvergleich seit Oktober 2022 - damals waren die Importpreise für Energie um 63,0 Prozent gestiegen.
Nach dem Chemie-Unglück in einer Papierfabrik im Westen der USA mit einer stark ätzenden Substanz sind sechs weitere Leichen geborgen worden. Die Zahl der Toten des Unglücks im Bundesstaat Washington stieg damit auf acht. Drei Menschen wurden noch vermisst. Es wird befürchtet, dass auch sie tot sind.
Mehr als zwei Drittel der Deutschen pflegen einer Umfrage zufolge eine gute Nachbarschaft. Bei einer Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv gaben 70 Prozent der Befragten an, ein gutes oder sehr gutes Verhältnis zu ihren Nachbarn zu haben, wie es in einer Mitteilung der Sender vom Freitag hieß. Nur drei Prozent sprachen von einem schlechten Verhältnis.
Anders als im Vorjahr will die Polizei in Ungarn die Pride-Parade in Budapest im Juni nicht verbieten. Im Rahmen des Anmeldeverfahrens für die Parade 2026 und anschließenden Gesprächen mit den Organisatoren hätten sich "keine Gründe für ein Verbot der Versammlung" ergeben, teilte die Polizei der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit. Die Organisatoren hatten am Mittwoch offiziell den 27. Juni als Datum für die Pride-Parade in Ungarns Hauptstadt genannt.
Die Zahl der Arbeitslosen ist im Mai erneut gesunken und liegt erstmals in diesem Jahr wieder unter der Schwelle von drei Millionen. Im endenden Monat waren 2,95 Millionen Menschen arbeitslos, das waren 58.000 weniger als im April, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Freitag mitteilte. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent.
Ein nicht-binärer Mensch ist mit einer Klage gegen eine Bewerbungsabsage gescheitert. Das Arbeitsgericht Berlin warf der Person Rechtsmissbrauch vor, wie eine Sprecherin in der Hauptstadt mitteilte.
Eine Rakete des US-Raumfahrtunternehmens Blue Origin ist Medienberichten zufolge bei einem Test auf der Startrampe explodiert. Die Explosion der New-Glenn-Rakete habe sich auf dem Raumfahrtstützpunkt Cape Canaveral im Bundesstaat Florida ereignet, berichteten US-Medien am Donnerstag. Das Unternehmen von US-Milliardär Jeff Bezos sprach meldete zunächst lediglich eine "Anomalie" während eines Raketentests.
In der Diskussion um eine Reform des Arbeitszeitgesetzes warnen die Gewerkschaften vor Gesundheitsschäden durch eine Abkehr vom Acht-Stunden-Tag. "Zu lange Arbeitstage führen nachweislich zu Krankheiten, die am Ende des Tages nicht nur Beschäftigten schaden, sondern auch der Wirtschaft und dem Gesundheitssystem", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagsausgaben).
Nach mehreren Warnstreiks der Gewerkschaften gibt es bei der Deutschen Telekom eine Tarifeinigung für rund 60.000 Beschäftigte. Das zusätzliche Monatsentgelt für Vollzeitkräfte solle zum 1. August um 150 Euro auf dann 340 Euro erhöht werden, teilten beide Seiten am Donnerstagabend mit. Zum 1. Juli kommenden Jahres werde es eine weitere Erhöhung um 140 Euro geben. Für Mitte 2028 dann wurde für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten des Unternehmens eine Steigerung der Tabellenentgelte in Höhe von 2,4 Prozent vereinbart.
Das US-Unternehmen Anthropic ist nach einer neuen Finanzierungsrunde nun wertvoller als sein Konkurrent im Bereich Künstliche Intelligenz (KI), OpenAI. Anthropic sammelte am Donnerstag bei Investoren 65 Milliarden US-Dollar (rund 56 Milliarden Euro) ein. Vor dem erwarteten Börsengang in diesem Jahr wird der Tech-Konzern nun mit 965 Milliarden Dollar bewertet.
Der CSD Dresden Verein hat Widerspruch gegen die Nichteinstufung des Straßenfests als Versammlung eingelegt - im Eilverfahren allerdings eine Niederlage erlitten. Wie das Dresdner Verwaltungsgericht am Donnerstag mitteilte, lehnte es die Eilanträge des Vereins ab. Die Stadt hatte zuvor in einem Bescheid festgelegt, dass das Straßenfest zum Christopher Street Day keine politische Versammlung sei. Dies gelte nur für den Umzug.
Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank haben Aktionärsvertreter am Donnerstag die geplante höhere Vergütung für Mitglieder des Aufsichtsrats kritisiert. Alexanda Annecke von Union Investment und Andreas Thomae von Deka Investment nannten die Erhöhung um 47 Prozent auf insgesamt 1,4 Millionen Euro für Aufsichtsratschef Alexander Wynaendts zu hoch. Das sende ein "falsches Signal in die Bank und an die Öffentlichkeit", sagte Thomae.
Das 100-Milliarden-Euro-Sondervermögen für die Bundeswehr wird laut einem "Spiegel"-Bericht offenbar ohne Aufsicht des Bundestags ausgegeben. Ein entsprechendes Gremium aus Abgeordneten wurde in dieser Legislaturperiode zwar gewählt, hat sich aber bislang weder konstituiert noch getagt, wie das Magazin in seiner neuen Ausgabe berichtet. Der Grünen-Abgeordnete Sebastian Schäfer, selbst ein Mitglied des Gremiums, hat deshalb in einem Brief an die sechs weiteren Mitglieder angemahnt, sich nun "dringend" zusammenzufinden und sich auf eine "zukünftige Arbeitsweise" zu verständigen.
Wegen des Verkaufs unsicherer und gesundheitsgefährdender Produkte hat die EU-Kommission eine Strafe in Höhe von 200 Millionen Euro gegen den Billig-Onlinehändler Temu verhängt. Temu habe in seinen Berichten an Brüssel "deutlich unterschätzt", wie viele illegale Produkte auf seiner Plattform angeboten werden, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Das Unternehmen, das zum chinesischen PDD-Konzern gehört, wies die Vorwürfe zurück.
Die geplante chinesische Übernahme der Elektrohändler Mediamarkt und Saturn stößt auf Hürden in Brüssel. Die EU-Kommission kündigte am Donnerstag an, sie werde den Kauf der Mehrheitsanteile an der Muttergesellschaft Ceconomy AG durch den chinesischen Konzern JD.com auf unfaire Subventionen aus Peking prüfen. Stellt die Kommission einen Verstoß gegen EU-Recht fest, kann sie die Übernahme verbieten.
Ostdeutschland und seine Wirtschaftskraft holen auf - aber auf Augenhöhe mit dem Westen befindet sich die Konjunktur insgesamt noch immer nicht. Der Aufholprozess für die ostdeutschen Länder müsse daher "neu gedacht" und die strukturellen Defizite entschlossener angegangen werden, lautet das Fazit des am Donnerstag vorgestellten diesjährigen Wettbewerbsreports Ostdeutschland. Darin fordern die Experten, den Fokus vordergründig auf Investitionen und Fachkräfte zu lenken.
Die Reallöhne haben zum Beginn des Jahres zugelegt. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, kletterten die Nominallöhne von Januar bis März gegenüber dem Vorjahresquartal um 4,1 Prozent, während die Verbraucherpreise im selben Zeitraum um 2,2 Prozent stiegen. Damit blieb den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern unter dem Strich ein Zuwachs von 1,8 Prozent. Die Hans-Böckler-Stiftung warnte aber bereits vor einer Wende.
Die Deutschen werden zunehmend offen für einen Umstieg auf Elektroautos - auch dank der neuen staatlichen Förderung. Laut dem "E-Barometer" der Versicherung Huk-Coburg stieg die Umstiegshäufigkeit zuletzt deutlich an. Im ersten Quartal seien "so viele Deutsche privat von einem Verbrennermotor auf ein Elektroauto gewechselt wie nie zuvor", erklärte die Huk-Coburg am Donnerstag. Insbesondere im März, als sich die Spritpreise wegen des Iran-Kriegs erheblich verteuerten, gab es demnach eine "sprunghafte Zunahme".
Das US-Justizministerium ermittelt Medienberichten zufolge strafrechtlich gegen eine Ex-Kolumnistin, die US-Präsident Donald Trump erfolgreich wegen sexuellen Missbrauchs und Verleumdung verklagt hatte. Die Ermittlungen zielten auf die Frage ab, ob die Ex-Kolumnistin E. Jean Carroll bei ihren Aussagen im Zusammenhang mit den beiden gegen Trump angestrengten Zivilverfahren unter Eid gelogen habe, berichten der Sender CNN und die "New York Times" am Mittwochabend (Ortszeit) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Kreise.
Die Finanzminister aus den sechs größten Volkswirtschaften der EU treffen sich am Donnerstag (gegen 15.00 Uhr) in Berlin. Thema ist vor allem die Kapitalmarktunion, besprochen werden soll aber auch die aktuelle wirtschaftliche Lage, die sich infolge des Iran-Kriegs verschlechtert hat. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) hat seine Kollegen ins Gästehaus der Bundesbank am Wannsee eingeladen.
Der US-Konzern Meta führt für seine wichtigsten Apps ein Bezahl-Angebot ein, das Nutzern mehr Funktionen und Inhalte bieten soll. Facebook Plus, Instagram Plus und WhatsApp Plus würden weltweit eingeführt, kündigte Meta-Produktchefin Naomi Gleit am Mittwoch in einem auf Instagram veröffentlichten Video an. Mit dem Angebot will sich der Konzern offensichtlich finanziell von der Abhängigkeit von Werbeeinnahmen befreien und zusätzliche Finanzmöglichkeiten auftun.
In einem Prozess zum Untergang des Frachters "Felicity Ace" vor den Azoren hat das Landgericht Stuttgart Schadenersatzansprüche gegen den Autobauer Porsche abgewiesen. Das Gericht sei "nach Durchführung der Beweisaufnahme" nicht davon überzeugt, dass ein Elektroauto von Porsche Ursache des Brandes auf dem Schiff war, teilte es am Mittwoch mit. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (Az. 26 O 30/23)
Gut zwei Wochen vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft in Kanda, Mexiko und den USA rückt das Großereignis auch für die Wirtschaft näher: Der Sportartikelhersteller Adidas rechnet rund um die WM mit Absatzrekorden bei allen Produkten. Die deutschen Brauereien sehen sich "gut vorbereitet", erwarten aber keinen Bier-Boom.
Rund 5000 Superreiche besitzen in Deutschland mehr als ein Viertel des gesamten Finanzvermögens. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Boston Consulting Group (BCG) stieg die Zahl der Superreichen mit einem Finanzvermögen von je mehr als 100 Millionen Dollar im vergangenen Jahr um 1100. Gemeinsam verfügen die 5000 Superreichen demnach über 27,3 Prozent des deutschen Finanzvermögens.
Der Iran-Krieg bremst die ohnehin schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland aus: Die Wirtschaftsweisen rechnen angesichts der durch den Krieg in die Höhe geschnellten Energiepreise für 2026 mit deutlich weniger Wachstum, aber dafür mehr Inflation als noch im Herbst erwartet. Zugleich warnt der Sachverständigenrat vor massiv steigenden Beiträgen zur Sozialversicherung wegen der zunehmenden Alterung der Bevölkerung - und hält deshalb grundlegende Reformen für nötig.