The Japan Times - Argentinien statt Venezuela

EUR -
AED 4.250678
AFN 72.918041
ALL 96.067465
AMD 436.932685
ANG 2.071904
AOA 1061.367148
ARS 1614.573682
AUD 1.634575
AWG 2.086276
AZN 1.972142
BAM 1.972698
BBD 2.332168
BDT 142.080747
BGN 1.978413
BHD 0.436949
BIF 3437.580732
BMD 1.157435
BND 1.485596
BOB 8.001925
BRL 6.042616
BSD 1.157939
BTN 107.880297
BWP 15.801103
BYN 3.580572
BYR 22685.717965
BZD 2.32886
CAD 1.590258
CDF 2633.163673
CHF 0.913169
CLF 0.026762
CLP 1056.726175
CNY 7.98682
CNH 7.967438
COP 4274.220751
CRC 541.77124
CUC 1.157435
CUP 30.672017
CVE 112.32935
CZK 24.46157
DJF 205.69948
DKK 7.470818
DOP 68.086114
DZD 153.068157
EGP 60.468898
ERN 17.361519
ETB 181.942975
FJD 2.556252
FKP 0.868855
GBP 0.862243
GEL 3.142482
GGP 0.868855
GHS 12.612219
GIP 0.868855
GMD 85.650189
GNF 10159.345308
GTQ 8.857761
GYD 242.257739
HKD 9.066706
HNL 30.752706
HRK 7.534086
HTG 151.887632
HUF 390.323942
IDR 19551.674454
ILS 3.619692
IMP 0.868855
INR 107.73737
IQD 1516.239313
IRR 1522171.1655
ISK 143.799756
JEP 0.868855
JMD 181.912765
JOD 0.820653
JPY 182.822601
KES 150.005481
KGS 101.215228
KHR 4641.312752
KMF 495.381662
KPW 1041.677217
KRW 1723.362105
KWD 0.354453
KYD 0.965012
KZT 556.866583
LAK 24855.907577
LBP 103648.268002
LKR 360.942102
LRD 212.274287
LSL 19.479641
LTL 3.417604
LVL 0.70012
LYD 7.384117
MAD 10.832141
MDL 20.292792
MGA 4820.714971
MKD 61.634594
MMK 2430.311069
MNT 4150.377902
MOP 9.342916
MRU 46.424425
MUR 53.832532
MVR 17.88262
MWK 2010.463866
MXN 20.538231
MYR 4.559163
MZN 73.961088
NAD 19.479093
NGN 1570.409946
NIO 42.500812
NOK 10.997709
NPR 172.603009
NZD 1.971059
OMR 0.445035
PAB 1.157979
PEN 3.99836
PGK 4.979257
PHP 69.211938
PKR 323.097975
PLN 4.267571
PYG 7524.225019
QAR 4.218386
RON 5.093054
RSD 117.434432
RUB 99.715141
RWF 1688.697067
SAR 4.345484
SBD 9.315708
SCR 16.728436
SDG 695.617571
SEK 10.760999
SGD 1.479253
SHP 0.868376
SLE 28.53087
SLL 24270.837165
SOS 661.476645
SRD 43.40615
STD 23956.559163
STN 24.884844
SVC 10.132098
SYP 127.929815
SZL 19.479951
THB 37.605283
TJS 11.087547
TMT 4.051021
TND 3.369582
TOP 2.786824
TRY 51.283377
TTD 7.848604
TWD 36.825979
TZS 3006.437007
UAH 50.920909
UGX 4376.679727
USD 1.157435
UYU 46.903191
UZS 14114.91435
VES 526.268876
VND 30428.955372
VUV 138.207434
WST 3.162366
XAF 661.659074
XAG 0.015864
XAU 0.000249
XCD 3.128025
XCG 2.086894
XDR 0.822888
XOF 661.473924
XPF 119.331742
YER 276.106212
ZAR 19.366681
ZMK 10418.297556
ZMW 22.667344
ZWL 372.693466
  • Goldpreis

    117.6000

    4723.3

    +2.49%

  • EUR/USD

    -0.0028

    1.1561

    -0.24%

  • Euro STOXX 50

    -123.0200

    5613.83

    -2.19%

  • SDAX

    -495.9100

    16377.93

    -3.03%

  • MDAX

    -1096.3400

    28423.08

    -3.86%

  • DAX

    -662.6900

    22839.56

    -2.9%

  • TecDAX

    -88.1700

    3471.49

    -2.54%


Argentinien statt Venezuela




Lange Zeit galt Venezuela als abschreckendes Beispiel für Hyperinflation, staatliche Misswirtschaft und soziale Verelendung in Lateinamerika. 2025 hat sich die Aufmerksamkeit verschoben: Während in Caracas die Preise weiter explodieren, schauen Ökonomen und Beobachter*innen zunehmend nach Buenos Aires. Argentiniens dramatische Entwicklung macht deutlich, dass sich die ökonomische Krise des Kontinents keineswegs auf Venezuela beschränkt.

Venezuelas anhaltende Not
Das südamerikanische OPEC-Mitglied steckt weiterhin in einer Hyperinflation. Der Internationale Währungsfonds schätzt die jährliche Preissteigerung für 2025 auf rund 682 Prozent. Trotz des Versprechens der neuen US‑gestützten Übergangsregierung, Milliarden in den Wiederaufbau der maroden Ölindustrie zu investieren, merken die Menschen davon kaum etwas. Der Alltag ist geprägt von Mangel und Hunger; viele müssen mehrere Jobs gleichzeitig ausüben, um sich Grundnahrungsmittel leisten zu können. Öffentliche Bedienstete kommen mit umgerechnet etwa 160 US‑Dollar im Monat aus, der gesetzliche Mindestlohn liegt bei nur 0,40 US‑Dollar pro Monat. Acht von zehn Venezolaner*innen leben nach Schätzungen in Armut, und Millionen haben das Land verlassen. Diese katastrophalen Zahlen verdeutlichen, dass Venezuela trotz politischer Veränderungen noch weit von einer nachhaltigen Erholung entfernt ist.

Mileis radikale Rosskur
Parallel dazu verfolgt Argentinien unter Präsident Javier Milei seit Ende 2023 einen radikalen wirtschaftlichen Kurs. Der Libertäre verspricht, die jahrzehntelange Krise des Landes mit einem strikten Sparkurs und der Öffnung der Märkte zu beenden. Seine "Motorsägen‑Politik" – ein Schlagwort für drastische Haushaltskürzungen – zeigt erste Wirkungen: Die jährliche Inflation fiel laut offiziellen Daten von 117,8 Prozent im Dezember 2024 auf 31,5 Prozent im Jahr 2025 und erreichte damit den niedrigsten Stand seit acht Jahren. Preissteigerungen bei Kleidung und Haushaltsgeräten verlangsamten sich, weil die Öffnung der Wirtschaft zu einem Zustrom günstigerer Importe geführt hat. Auch ein vorübergehend stärkerer Peso und geringere Lohnerhöhungen wirkten preisdämpfend.

Diese Erfolge haben jedoch ihren Preis. Das im Dezember 2025 vom argentinischen Parlament verabschiedete Haushaltsgesetz für 2026 sieht Einsparungen in fast allen Ministerien vor, insbesondere bei Bildung, Forschung und Sozialprogrammen. Die Regierung will die Staatsausgaben inflationsbereinigt um 2,5 Prozent senken, um einen Primärüberschuss von rund 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erzielen. Die optimistische Annahme eines Wirtschaftswachstums von fünf Prozent und einer Jahresinflation von zehn Prozent widerspricht der Prognose unabhängiger Institute, die lediglich 3,2 Prozent Wachstum und höhere Preissteigerungen erwarten.

Bremsspuren in der Realwirtschaft
Die Sparmaßnahmen zeigen sich bereits in der wirtschaftlichen Aktivität. Im November 2025 schrumpfte Argentiniens Wirtschaftsleistung im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,3 Prozent – der erste monatliche Rückgang des Jahres. Besonders betroffen waren die Fischerei (minus 25 Prozent), das verarbeitende Gewerbe (minus 8,2 Prozent) und der Groß- und Einzelhandel (minus 6,4 Prozent). Dieser Einbruch erfolgte, obwohl das Land im dritten Quartal noch ein Wachstum von 3,3 Prozent verzeichnet hatte.

Die Regierung hält dennoch an ihrer Liberalisierungsagenda fest. Tarifsenkungen und neue Handelsabkommen, etwa mit den USA und der Europäischen Union, sollen den Zustrom billiger Importe steigern. Kritiker*innen warnen allerdings, dass der Inflationsrückgang weniger einer strukturellen Sanierung als einer erdrückten Nachfrage geschuldet ist: Löhne werden eingefroren, die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt, und Kürzungen im Sozialbereich verschärfen Armut und Ungleichheit. Darüber hinaus könnte eine neue Methodik zur Berechnung des Verbraucherpreisindex ab 2026 höhere Inflationsraten ausweisen.

Warum Argentinien im Fokus steht
Der Vergleich zwischen Venezuela und Argentinien zeigt zwei unterschiedliche, aber miteinander verwobene Krisen. Venezuelas Hyperinflation und Armut bleiben alarmierend hoch und erinnern an die schlimmsten Zeiten der vergangenen Dekade. Gleichzeitig demonstriert Argentinien, dass auch radikale Sparprogramme in kurzer Zeit enorme soziale Kosten verursachen können. Zwar hat Mileis Kurs die Inflation sichtbar gesenkt, doch der Preis sind ein Einbruch der Wirtschaftstätigkeit, drastische Kürzungen im Sozial- und Bildungsbereich und ein realer Einkommensverlust vieler Menschen.

Für politische Entscheidungsträger*innen in Lateinamerika und darüber hinaus ergibt sich daraus eine mahnende Lehre: Einfache Rezepte gibt es nicht. Hyperinflation lässt sich nicht durch autoritäre Maßnahmen oder externe Interventionen beenden, und ein rigider Sparkurs kann Wachstum und soziale Stabilität gleichermaßen gefährden. Die Aufmerksamkeit auf Argentinien zu lenken bedeutet deshalb nicht, Venezuelas Not zu relativieren, sondern die Vielschichtigkeit der Krisen in der Region zu erkennen und sozial ausgewogene, nachhaltige Lösungsansätze zu fordern.

Fazit und Ausblick in die Zukunft
Wer bislang nur nach Venezuela blickte, um die Folgen wirtschaftlicher Fehlentwicklungen zu studieren, sollte nun auch Argentinien ins Auge fassen. Die aktuelle Lage zeigt, wie schnell sich ökonomische Schieflagen verschieben können und wie tiefgreifend die sozialen Folgen sein können. Die Herausforderung besteht darin, Wege zu finden, die Inflation zu bekämpfen, ohne die Bevölkerung in neue Armut zu treiben.

R. Shoykhet



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...