The Japan Times - Frankreich: Scharia-Debatte

EUR -
AED 4.242245
AFN 75.654532
ALL 93.325519
AMD 422.942357
AOA 1059.262039
ARS 1728.414775
AUD 1.636649
AWG 2.079249
AZN 1.966445
BAM 1.956746
BBD 2.325324
BDT 142.909084
BHD 0.435409
BIF 3445.050474
BMD 1.155138
BND 1.480416
BOB 14.021475
BRL 5.929904
BSD 1.154558
BTN 109.759584
BWP 15.656501
BYN 3.414651
BYR 22640.712839
BZD 2.321972
CAD 1.619464
CDF 2610.61251
CHF 0.932426
CLF 0.026751
CLP 1056.327434
CNY 7.801285
CNH 7.794025
COP 3684.972388
CRC 523.553093
CUC 1.155138
CUP 30.611168
CVE 110.318329
CZK 24.185945
DJF 205.581372
DKK 7.475951
DOP 67.33255
DZD 153.427453
EGP 57.552814
ERN 17.327076
ETB 186.341747
FJD 2.553022
FKP 0.858526
GBP 0.85735
GEL 3.015253
GGP 0.858526
GHS 13.536016
GIP 0.858526
GMD 85.480763
GNF 10140.902255
GTQ 8.806257
GYD 241.50734
HKD 9.060848
HNL 30.944959
HRK 7.535202
HTG 150.952973
HUF 361.642075
IDR 20621.530898
ILS 3.469747
IMP 0.858526
INR 109.753455
IQD 1512.43113
IRR 1588459.705816
ISK 141.815708
JEP 0.858526
JMD 183.468691
JOD 0.818964
JPY 181.916396
KES 149.440027
KGS 101.0169
KHR 4679.241757
KMF 494.399724
KRW 1643.149575
KWD 0.357204
KYD 0.962161
KZT 541.779559
LAK 26098.051339
LBP 103385.040277
LKR 387.427288
LRD 208.389837
LSL 18.940556
LTL 3.410824
LVL 0.698732
LYD 7.348552
MAD 10.760502
MDL 20.05961
MGA 4914.26927
MKD 61.559759
MMK 2424.984769
MNT 4156.41639
MOP 9.327369
MRU 46.29638
MUR 54.279962
MVR 17.8581
MWK 2001.889755
MXN 19.879863
MYR 4.729249
MZN 73.808421
NAD 18.940556
NGN 1573.448369
NIO 42.490541
NOK 10.989496
NPR 175.616656
NZD 1.963302
OMR 0.444142
PAB 1.154533
PEN 3.908289
PGK 5.176502
PHP 70.003118
PKR 320.581474
PLN 4.299373
PYG 6885.328464
QAR 4.22094
RON 5.247563
RSD 117.352814
RUB 93.537754
RWF 1696.012535
SAR 4.33469
SBD 9.323758
SCR 15.493821
SDG 693.672599
SEK 10.949522
SGD 1.479507
SLE 27.607866
SOS 659.821823
SRD 43.511783
STD 23909.032875
STN 24.511849
SVC 10.101883
SZL 18.925231
THB 38.212042
TJS 10.656021
TMT 4.054536
TND 3.387638
TRY 54.956167
TTD 7.831786
TWD 37.301841
TZS 3061.11446
UAH 51.665276
UGX 4306.08162
USD 1.155138
UYU 46.422441
UZS 13724.634681
VES 871.218385
VND 30323.538404
VUV 138.112979
WST 3.161328
XAF 656.27141
XAG 0.018521
XAU 0.000272
XCD 3.121819
XCG 2.080715
XDR 0.817207
XOF 656.274252
XPF 119.331742
YER 275.327055
ZAR 18.833613
ZMK 10397.632497
ZMW 22.039177
ZWL 371.954097
  • MDAX

    -133.5800

    32426.33

    -0.41%

  • DAX

    -76.0500

    26126.3

    -0.29%

  • Goldpreis

    150.5000

    4303.1

    +3.5%

  • TecDAX

    -35.2500

    3946.73

    -0.89%

  • SDAX

    -85.5200

    18553.91

    -0.46%

  • Euro STOXX 50

    -9.7200

    6476.98

    -0.15%

  • EUR/USD

    0.0016

    1.155

    +0.14%


Frankreich: Scharia-Debatte




Frankreichs Verhältnis zum Islam ist geprägt von einem strengen Laizismus, einer großen muslimischen Minderheit und hitzigen Debatten über religiöse Praktiken. Das jüngste Aufflammen der Diskussion um die Scharia – das islamische Rechtssystem – zeigt, wie angespannt das Verhältnis zwischen religiöser Vielfalt und dem Anspruch auf staatliche Neutralität ist.

Eine wachsende muslimische Gemeinschaft
Frankreich beherbergt mit mehr als sechs Millionen Gläubigen die größte muslimische Bevölkerung Europas. Die meisten stammen aus den ehemaligen Kolonien in Nord- und Westafrika und sind seit Generationen fester Bestandteil der französischen Gesellschaft. Während islamisches Recht in Frankreich keine juristische Geltung besitzt, gewinnen religiöse Normen im Alltag einiger Gemeinden an Bedeutung: regelmäßige Moscheebesuche haben sich seit den späten 1980er‑Jahren vervierfacht, das Fasten im Ramadan wird von deutlich mehr Menschen eingehalten, und der Anteil junger Frauen, die ein Kopftuch oder einen Schleier tragen, ist stark gestiegen. Gleichzeitig lehnt die große Mehrheit der muslimischen Bürger Gewalt ab und respektiert die französische Rechtsordnung.

Umfragen und ihre Kontroverse
Im Herbst 2025 sorgte eine Umfrage des Instituts Ifop im Auftrag des Magazins „Écran de veille“ für Schlagzeilen. Demnach gaben 57 Prozent der befragten 15‑ bis 24‑jährigen Muslime an, sie hielten die Scharia bei persönlichen Angelegenheiten wie Hochzeit, Erbschaft oder ritueller Schlachtung für wichtiger als die Gesetze der Republik; 46 Prozent sagten, islamisches Recht solle auch in nicht‑muslimischen Ländern gelten. Historiker sprachen daraufhin von einer „Re‑Islamisierung“ einer Minderheit junger Muslime und verwiesen darauf, dass die regelmäßige Teilnahme am Freitagsgebet von sieben Prozent im Jahr 1989 auf heute etwa vierzig Prozent gestiegen sei.

Kritiker der Umfrage warfen ihr jedoch vor, suggestive Fragen zu stellen und die Ergebnisse zu dramatisieren. Mehrere muslimische Regionalräte reichten eine Beschwerde ein und argumentierten, die Befragung bediene anti‑muslimische Ressentiments in einer Zeit, in der Hassverbrechen gegen Muslime deutlich zunehmen. Für sie spiegeln die stärker religiöse Ausrichtung vieler junger Muslime eher die Erfahrung von Diskriminierung wider als den Wunsch, Frankreich nach islamischem Recht zu regieren.

Staatliche Reaktion und politische Instrumentalisierung
Der französische Staat reagierte in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von Maßnahmen auf das, was die Regierung als „islamistischen Separatismus“ bezeichnet. Ein 2021 verabschiedetes Gesetz verschärfte die Aufsicht über religiöse Einrichtungen, beschränkte den privaten Schulunterricht und gab der Regierung erweiterte Befugnisse zur Schließung von Vereinen. 2023 wurde an öffentlichen Schulen das Tragen des abaya, eines langen Überkleids, und anderer als religiös wahrgenommener Kleidung untersagt. Der damalige Bildungsminister begründete das Verbot damit, dass man in einem Klassenzimmer die Religion eines Kindes nicht erkennen dürfe. Diese Schritte werden von muslimischen Organisationen und Teilen der Linken als diskriminierend kritisiert, während konservative und rechtsextreme Parteien sie als unzureichend ansehen.

Im Mai 2025 legte das Innenministerium einen vertraulichen Bericht vor, der dem muslimischen Dachverband „Musulmans de France“ enge Verbindungen zur Muslimbruderschaft und das Ziel unterstellte, langfristig die französische Gesellschaft nach islamischem Recht zu gestalten. In dem Dokument wird von „Entryismus“ gesprochen: lokale Vereine und Moscheen sollten schrittweise Einfluss in kommunalen Einrichtungen gewinnen, um Scharia‑konforme Lebensweisen zu fördern. Der Bericht diente Innenminister Bruno Retailleau als Grundlage, um strengere Kontrollen und finanzielle Sanktionen gegen bestimmte Organisationen zu fordern.

Muslimische Vertreter wiesen diese Vorwürfe entschieden zurück. Der Rektor der Großen Moschee von Paris sprach von einem „Schlag ins Gesicht“ für seine jahrelange Zusammenarbeit mit den Behörden. Wissenschaftler betonten, dass der Verband zwar einen konservativen Islam vertrete, aber keine Belege für Bestrebungen zur Etablierung eines islamischen Staates vorlägen. Präsident Emmanuel Macron versicherte, der Islam habe seinen Platz in Frankreich, doch es müsse klare Grenzen gegen Extremismus geben.

Zwischen Realität und Mythos
Die Vorstellung, es gebe in Frankreich „Scharia‑Zonen“ oder „No‑Go‑Areas“, in denen staatliches Recht nicht mehr gelte, wird seit Jahren von rechtspopulistischen Kreisen verbreitet. Experten für Rassismusforschung weisen darauf hin, dass solche Begriffe von der extremen Rechten als Werkzeug genutzt werden, um Ängste zu schüren. Tatsächlich existieren in Frankreich keine rechtsfreien Räume, in denen islamisches Recht durchgesetzt wird. Auch sogenannte „Scharia‑Räte“, wie sie in Großbritannien zur gütlichen Beilegung von Scheidungen genutzt werden, haben in Frankreich keine juristische Bedeutung.

Die wachsende Sichtbarkeit muslimischer Religiosität und der Wunsch einiger Jugendlicher nach stärkerer Orientierung am islamischen Recht treffen jedoch auf ein gesellschaftliches Klima, das durch steigende Islamfeindlichkeit geprägt ist. Zwischen Januar und März 2025 registrierte das Innenministerium 79 antimuslimische Angriffe – ein Anstieg um 72 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Südfrankreich tötete im Mai 2025 ein Nachbar einen tunesischen Friseur in einem offensichtlich rassistisch motivierten Angriff; die Staatsanwaltschaft untersucht, ob ein terroristischer Hintergrund vorliegt. Solche Ereignisse verstärken die Wahrnehmung vieler Muslime, von Staat und Gesellschaft stigmatisiert zu werden.

Ein gesamtgesellschaftlicher Konflikt
Die Debatte über die „Ausbreitung der Scharia“ in Frankreich ist weniger eine juristische Realität als ein Spiegelbild politischer Auseinandersetzungen. Auf der einen Seite stehen rechte Parteien, die angesichts steigender Religiosität vor einem „kulturellen Umsturz“ warnen und härtere Maßnahmen fordern. Auf der anderen Seite betonen muslimische Verbände und zivilgesellschaftliche Organisationen, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime loyale Bürgerinnen und Bürger sind, die sich nach Anerkennung und gleichen Chancen sehnen und in Umfragen keine Mehrheit für die Einführung islamischer Gesetze erzielen würden.

Frankreichs Herausforderung besteht darin, einer wachsenden religiösen Diversität gerecht zu werden, ohne die Prinzipien der Republik zu untergraben oder Minderheiten zu marginalisieren. Die hitzige Diskussion über die Scharia zeigt, wie unterschiedlich die Erfahrungen und Wahrnehmungen innerhalb der französischen Gesellschaft sind. Eine nachhaltige Antwort liegt weniger in repressiven Gesetzen als in der Schaffung von Vertrauen: durch Dialog, gerechte Bildungschancen und den entschlossenen Schutz aller Bürgerinnen und Bürger vor Hassverbrechen und Diskriminierung.



Vorgestellt


Wirtschaft: Ist Indien wegen Großbritannien so arm?

Die Wirtschaft von Indien stagniert, ein Großteil der Bevölkerung Indiens lebt in bitterer Armut, aber wo liegt der Grund? Ist die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien schuld an der Armut von Indien?Schauen Sie sich das Video an, es könnte Sie interessieren....!

Wirtschaft: Afrika, das Milliarden-Grab von China

China ist der größte Kreditgeber in ganz Afrika. Aber aus einem bisher unerklärlichen Grund scheint Pekings Strategie in Bezug auf Afrika zu einem Ende zu kommen. Und die große Frage ist: Warum? Ist Afrika etwa zum finanziellen Milliarden-Grab von China geworden?Schauen Sie isch das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein was Sie sehen...

Politik: Georgien als Marionetten-Staat von Russland?

Russland ist ein Terror-Staat, dies beweist der kriminelle Angriff der Russen auf das Nachbarland Ukraine; sein "Präsident" Wladimir Putin (72) ist ein ruchloser Kriegsverbrecher! Da passt es in das sprichwörtliche Bild, dass die Russen Marionetten als willfährigen Lakaien benötigen, ist Georgien und sind die Georgier ein solcher Marionetten-Staat der Terror-Russen? Proteste haben sich in ganz Georgien ausgebreitet. Die Regierung blickt zunehmend nach Moskau, während achtzig Prozent der Georgier den Westen wollen. Was bringt die Zukunft, ist Georgien der jüngste Triumph des Massenmörder Wladimir Putin?Schauen Sie sich das Video an, Sie werden vielleicht erstaunt sein...