The Japan Times - Geschworene sprechen US-Rapper Combs nur teilweise wegen Sexualverbrechen schuldig

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Geschworene sprechen US-Rapper Combs nur teilweise wegen Sexualverbrechen schuldig

Geschworene sprechen US-Rapper Combs nur teilweise wegen Sexualverbrechen schuldig

Im viel beachteten Prozess wegen des Vorwurfs von Sexualverbrechen ist der US-Rapper Sean "Diddy" Combs in den schwerwiegendsten Anklagepunkten freigesprochen worden. Die Geschworenen in New York sprachen den Musiker am Mittwoch lediglich in zwei der fünf Anklagepunkte schuldig. Wegen der Zuführung zur Prostitution droht ihm nun eine mehrjährige Gefängnisstrafe, lebenslange Haft muss der 55-Jährige in diesem Verfahren jedoch nicht mehr fürchten. Das Strafmaß wird zu einem späteren Zeitpunkt verkündet, bis dahin muss Combs in Haft bleiben.

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Combs reagierte erleichtert auf das Urteil. Er schüttelte einem seiner Anwälte die Hände und formte mit den Lippen ein "Danke" in Richtung der zwölf Geschworenen. Während die Jury aus acht Männern und vier Frauen das Urteil verkündete, hatte er den Kopf geneigt und die Hände wie zum Gebet gefaltet. Danach sank der 55-Jährige im Gerichtssaal auf die Knie. Seine Angehörigen jubelten und klatschten.

Der Rapper muss weiterhin im Gefängnis bleiben. Richter Arun Subramanian lehnte es am Mittwoch ab, Combs vorerst gegen Kaution freizulassen, und begründete dies auch damit, dass Combs in der Vergangenheit durch häusliche Gewalt aufgefallen sei. Der Anwalt von Combs' früherer Freundin Casandra "Cassie" Ventura hatte in einem Schreiben an Subramanian gefordert, Combs nicht freizulassen, da von diesem wahrscheinlich "eine Gefahr für die Opfer, die in diesem Prozess ausgesagt haben", ausgehe.

Die Verteidigung hatte beantragt, dass Combs gegen Hinterlegung einer Summe - die Anwälte schlugen eine Million Dollar (rund 848.000 Euro) vor - freikommt und nach Miami, Los Angeles und New York reisen darf, während er auf die Strafmaßverkündung wartet. Der Rapper sitzt seit September 2024 in einem berüchtigten Gefängnis in Brooklyn.

Die Jury verurteilte Combs nach 13-stündigen Beratungen, Ventura sowie seine andere langjährige Freundin, die unter dem Pseudonym Jane aussagte, zur Prostitution genötigt zu haben. Darauf stehen jeweils bis zu zehn Jahre Haft, zusammen also maximal 20. US-Medien zitierten allerdings aus einem Brief der Staatsanwaltschaft an das Gericht, in dem nur von einer vier- bis fünfjährigen Strafe die Rede ist.

Die Anklage hatte dem Rapper vorgeworfen, Frauen mit Drohungen und Gewalt zur Teilnahme an Drogen- und Sex-Partys gezwungen zu haben. Im Hauptanklagepunkt - der Bildung einer kriminellen Vereinigung - sprachen die Geschworenen den Musiker frei. Bei einer Verurteilung in diesem Punkt hätte Combs lebenslange Haft gedroht. Auch in zwei weiteren Anklagepunkten zu "sexuellem Menschenhandel" lautete das Urteil: "nicht schuldig".

Der unter den Künstlernamen Puff Daddy, P. Diddy und Diddy bekannte Combs war in den 90er Jahren einer der erfolgreichsten Rap-Musiker der Welt. Drei Mal gewann er den Grammy, daneben war er als Musikproduzent und Geschäftsmann erfolgreich.

Das Verfahren hatte vor knapp zwei Monaten begleitet von großem Medieninteresse begonnen. Combs wies dabei alle Vorwürfe zurück. Sein Verteidiger Marc Agnifilo hatte den Klägerinnen in seinem Schlussplädoyer vorgeworfen, es gehe ihnen nicht um Gerechtigkeit, sondern um Geld.

Als Hauptzeugin in dem Verfahren sagte Combs' Ex-Freundin Ventura aus. Die Sängerin hatte den Musiker und Produzenten bereits 2023 wegen jahrelanger Misshandlungen und Vergewaltigung verklagt. Beide einigten sich kurz darauf auf einen außergerichtlichen Vergleich, Ventura bekam 20 Millionen Dollar (17 Millionen Euro) zugesprochen.

In dem Prozess schilderten Ventura und "Jane", wie Combs sie mit Drohungen zu tagelangem Sex gezwungen habe - teilweise auch mit männlichen Prostituierten. Die Verteidigung argumentierte, alle diese Sexualkontakte seien einvernehmlich gewesen.

Staatsanwältin Christy Slavik hatte dagegen vergangene Woche in ihrem Schlussplädoyer gesagt, Combs habe "Macht, Gewalt und Angst genutzt, um zu bekommen, was er wollte". Zudem habe er seine Leibwächter und andere Mitarbeiter seiner Produktionsfirma zu Straftaten angeleitet und damit eine "kriminelle Vereinigung" gebildet.

Venturas Anwalt Douglas Wigdor erklärte, seine Mandantin und er seien "erfreut", dass Combs immerhin in zwei Punkten schuldig gesprochen worden sei. Ventura habe mit ihrer Aussage vor Gericht Stärke bewiesen und die "Wirklichkeit von mächtigen Männern in unserer Umgebung" und deren jahrzehntelangem ungestraften Fehlverhalten aufgezeigt.

Combs droht weiterer Ärger mit der Justiz: Vergangene Woche reichten drei weitere mutmaßliche Opfer Klage gegen den Rapper ein. Eine Frau und zwei Männer machen dem Musiker ähnliche Vorwürfe, wie sie nun in New York verhandelt wurden.

K.Tanaka--JT