The Japan Times - Schiedsklagen von Energiekonzernen gegen EU-Staaten beschäftigen den BGH

EUR -
AED 4.12566
AFN 72.458032
ALL 90.792289
AMD 405.688962
ANG 2.010633
AOA 1030.151251
ARS 1712.897687
AUD 1.597215
AWG 2.023512
AZN 1.907126
BAM 1.956711
BBD 2.263654
BDT 139.01475
BGN 1.963502
BHD 0.424198
BIF 3371.300295
BMD 1.123393
BND 1.435762
BOB 13.178255
BRL 5.652577
BSD 1.123924
BTN 106.227479
BWP 15.397172
BYN 3.33814
BYR 22018.507789
BZD 2.260373
CAD 1.57776
CDF 2601.779032
CHF 0.925603
CLF 0.027843
CLP 1095.858499
CNY 7.502077
CNH 7.498521
COP 3574.850781
CRC 511.738358
CUC 1.123393
CUP 26.973564
CVE 110.316874
CZK 24.262602
DJF 200.133218
DKK 7.47443
DOP 69.022149
DZD 151.249146
EGP 61.061369
ERN 16.850899
ETB 184.091385
FJD 2.531906
FKP 0.839834
GBP 0.838332
GEL 2.909734
GGP 0.839834
GHS 13.099101
GIP 0.839834
GMD 82.569632
GNF 9947.633412
GTQ 8.589001
GYD 235.139523
HKD 8.815396
HNL 30.171053
HRK 7.53617
HTG 147.259902
HUF 364.997199
IDR 20276.124851
ILS 3.472807
IMP 0.839834
INR 106.081407
IQD 1703.793594
IRR 2058477.714431
ISK 136.223023
JEP 0.839834
JMD 178.373083
JOD 0.796498
JPY 177.354026
KES 145.872741
KGS 98.240358
KHR 4570.128676
KMF 493.727079
KPW 1011.053886
KRW 1489.451262
KWD 0.348319
KYD 0.936632
KZT 502.033838
LAK 25297.008034
LBP 100645.97483
LKR 373.132137
LRD 191.629257
LSL 18.437188
LTL 3.317088
LVL 0.679529
LYD 7.211391
MAD 11.031289
MDL 20.219328
MGA 5079.411105
MKD 61.678729
MMK 2358.244431
MNT 4041.444953
MOP 9.083681
MRU 45.079997
MUR 53.147561
MVR 17.367981
MWK 1948.807716
MXN 20.778546
MYR 4.584903
MZN 71.789769
NAD 18.437188
NGN 1496.562413
NIO 41.359264
NOK 10.510244
NPR 169.964166
NZD 1.973685
OMR 0.431963
PAB 1.123934
PEN 3.862699
PGK 5.032411
PHP 71.138873
PKR 311.065604
PLN 4.363349
PYG 6467.012207
QAR 4.097308
RON 5.337015
RSD 117.477746
RUB 91.979876
RWF 1661.066299
SAR 4.211562
SBD 9.070928
SCR 15.540308
SDG 675.723465
SEK 11.101243
SGD 1.43477
SHP 0.839512
SLE 26.871506
SLL 23556.999791
SOS 642.29917
SRD 42.308676
STD 23251.972247
STN 24.511417
SVC 9.834625
SYP 14606.358741
SZL 18.444755
THB 37.722986
TJS 10.351121
TMT 3.94311
TND 3.355063
TOP 2.704861
TRY 55.723004
TTD 7.630554
TWD 36.36255
TZS 2971.375317
UAH 50.605871
UGX 4726.201372
USD 1.123393
UYU 45.121016
UZS 13453.266267
VES 988.34892
VND 29047.017686
VUV 133.836615
WST 3.117055
XAF 655.957
XAG 0.019505
XAU 0.000271338247
XCD 3.036026
XCG 2.025543
XDR 0.794297
XOF 655.957
XPF 119.331742
YER 265.229227
ZAR 18.421801
ZMK 10111.888123
ZMW 22.545702
ZWL 361.73217
SSP 6501.699499
MXV 2.345408
  • Goldpreis

    39.3000

    4219

    +0.93%

  • DAX

    -38.2900

    25360.92

    -0.15%

  • Euro STOXX 50

    -11.5200

    6308.74

    -0.18%

  • TecDAX

    -4.8600

    3998.24

    -0.12%

  • MDAX

    129.2300

    31012.42

    +0.42%

  • SDAX

    27.7900

    18406.89

    +0.15%

  • EUR/USD

    0.0017

    1.1364

    +0.15%

Schiedsklagen von Energiekonzernen gegen EU-Staaten beschäftigen den BGH
Schiedsklagen von Energiekonzernen gegen EU-Staaten beschäftigen den BGH / Foto: Daniel ROLAND - AFP/Archiv

Schiedsklagen von Energiekonzernen gegen EU-Staaten beschäftigen den BGH

Im Zuge der Energiewende haben viele Länder Politik und Gesetze geändert - das kann juristische Probleme mit Unternehmen nach sich ziehen, wie am Mittwoch bei einer Verhandlung am Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe deutlich wurde. Die obersten deutschen Zivilrichterinnen und -richter befassten sich mit Schiedsverfahren, die von Firmen gegen Deutschland und die Niederlande eingeleitet wurden. Die Kläger sehen ihre Investitionen geschädigt, weil die Staaten ihre Gesetzgebung änderten. (Az. I ZB 43/22 u.a.)

Textgröße:

Der irische Investor Mainstream Renewable Power, der in Deutschland in Wind- und Solarenergie investiert hat, fordert von der Bundesrepublik 275 Millionen Euro plus 56 Millionen Euro Zinsen. Die Energieversorger RWE und Uniper mit Sitz in Deutschland wiederum wollen gegen die Niederlande vorgehen. Sie hatten dort in Kohlekraftwerke investiert, das Land beschloss aber den Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030.

Auf Grundlage des Energiecharta-Vertrags von 1998 wandten sich die Unternehmen an eine Schiedsstelle, das Internationale Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten in Washington. RWE will 1,4 Milliarden Euro. Uniper ist seit Ende vergangenen Jahres weitgehend verstaatlicht, weswegen es seine Forderung über mehrere hundert Millionen Euro nicht aufrechterhielt. Allerdings wollen die Niederlande weiter in beiden Fällen gerichtlich festgestellt wissen, dass jegliche Schiedsverfahren auf Grundlage des Energiecharta-Vertrags unzulässig sind.

Der inzwischen stark umstrittene völkerrechtliche Vertrag sollte vor allem Investitionen in Osteuropa schützen. Deutschland, die Niederlande und die Europäische Union haben ihn - wie fast 50 andere Vertragsparteien auch - ratifiziert, bereiten aber inzwischen den Austritt vor. Die Bestimmungen für Investitionen gelten allerdings auch nach einem Austritt noch 20 Jahre lang weiter - weswegen die am BGH vorliegenden Fälle vorerst aktuell bleiben.

In der Energiecharta ist vereinbart, dass Streitfälle zwischen Investoren und Staaten von Schiedsstellen geklärt werden sollen. Die Fälle am BGH weisen alle eine Besonderheit auf, wie der Vorsitzende Richter Thomas Koch am Mittwoch erläuterte. Die betroffenen Staaten haben nämlich die Energiecharta unterzeichnet - sind aber auch Mitglied der Europäischen Union. Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) wiederum könnten solchen Schiedsverfahren entgegenstehen, in denen ein Investor aus einem EU-Staat gegen einen anderen EU-Staat vorgeht.

Der BGH bewegte sich also am Mittwoch in einem Netz aus deutschem Recht, EU-Recht und internationalen Verträgen. Er muss entscheiden, ob die beantragten Schiedsverfahren überhaupt zulässig sind. Kernfrage ist, ob ein Staat noch vor Bildung des Schiedsgerichts dessen Zuständigkeit vor deutschen Gerichten klären lassen kann, wenn beide beteiligten Staaten der EU angehören.

Für die Fälle der in Nordrhein-Westfalen ansässigen Unternehmen RWE und Uniper war zunächst das Oberlandesgericht Köln zuständig, das den Niederlanden recht gab und entschied, das die Schiedsverfahren unzulässig seien. Über die Zulässigkeit der Schiedsklage von Mainstream Renewable gegen die Bundesrepublik entschied dagegen das Berliner Kammergericht und gab dem Unternehmen recht. Die jeweils unterlegene Partei wandte sich daraufhin an den BGH.

Dort argumentierten die Anwälte der Unternehmen unter anderem mit dem Vertrauensschutz. Investitionen setzten Vertrauen voraus und keiner der teilnehmenden Staaten dürfe aus dem vorgesehenen Prozedere ausscheren. Die Möglichkeit, Streitigkeiten einem "unabhängigen Forum" vorzulegen, stelle einen hohen Wert dar.

Die Anwälte der Staaten wiederum trugen vor, dass die in der Energiecharta vorgesehene Regelung nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs hier eindeutig nicht greife. Da dies eindeutig sei, sei es auch nicht nötig, den EuGH erneut dazu zu befragen.

Ein kompliziertes Thema, über das lange verhandelt wurde. Der erste Zivilsenat will ausführlich über alle Argumente nachdenken. Am Mittwoch verkündete der BGH darum noch keine Entscheidung, ein Termin sollte noch bekanntgegeben werden.

Y.Watanabe--JT